Aktienboss


Branchenstrukturanalyse


"Wenn du noch einen Döner verkaufst, dann wird das dein letzter gewesen sein!"

Branchenstrukturanalyse

Nun, in welchen der beiden Dönerverkäufer würdest du investieren? Oh, da hinten kommt ja schon der dritte Konkurrent, der einen Dönerspieß geschultert hat. Hm.... am besten lässt du die Finger davon natürlich nicht von leckerem Döner, aber von einem Aktienkauf. Wir zumindest würden in diesem Fall keine Aktie von Ted, Toro oder dem Dachs erwerben.


5-Kräfte-Modell

Michael Porter hat dieses Branchenstrukturanalyse-Instrument entwickelt. Nummerieren wir auch hier durch:

 

1. Rivalität unter den bestehenden Wettbewerbern

 

2. Bedrohung durch neue Anbieter

 

3. Verhandlungsstärke der Lieferanten

 

4. Verhandlungsstärke der Abnehmer

 

5. Bedrohung durch Ersatzprodukte


1. Rivalität unter den bestehenden Wettbewerbern

Konkurrenz

Logisch: Je mehr Wettbewerb in der Branche existiert, desto unattraktiver wird ein Investment für uns. Der dritte Dönerverkäufer innerhalb einer 30 Meter langen Straße wird es extrem schwer haben, unternehmerisch zu überleben.

 

Wenn eine Idee gut ist bzw. eine Unternehmung lukrativ läuft, so wird es schnell zu Kopierern kommen, die ebenfalls auf den Zug aufspringen wollen. Döner ist lecker, allerdings ohne großen Burggraben. Gut, sollte sich ein Dönerbudenbesitzer einen regional bedeutsamen Namen machen, so wäre sein Image evtl. schwer kopierbar.

 

Du solltest immer berücksichtigen, welche Marktposition ein Unternehmen hat. Denk an das Beispiel von Coca Cola.


2. Bedrohung durch neue Anbieter

 

Das wurde an sich in Punkt 1 bereits thematisiert. Ein Markimage, technisches Wissen und schwer kopierbare Qualität etc. erschwert den Markteintritt für neue Unternehmen (hier: "Kopierer").


3. Verhandlungsstärke der Lieferanten

 

Wenn einer bestimmten Branche viele Lieferanten zur Verfügung stehen, so verlieren diese natürlich auch an Macht. Ist ein Unternehmen, in das du investieren möchtest, lediglich von einem oder nur wenigen Lieferanten abhängig, so kann dieser Lieferant große Macht ausüben vorausgesetzt, das Unternehmen hat nicht die Möglichkeit, schnell zu wechseln. Wenn es beispielsweise nur einen Zulieferer für ein bestimmtes Bauteil eines Autos gibt, so kann dieser evtl. Preisdruck auf die Unternehmen ausüben.


4. Verhandlungsstärke der Abnehmer

 

Je größer die Konkurrenz, desto schneller können auch die Kunden bzw. Abnehmer auf Ersatzprodukte umsteigen. Auch sehr kleine Kundenkreise besitzen mehr Macht, um günstigere Preise durchsetzen zu können. Mehr Produkte (vgl. Procter & Gamble) bedeutet i.d.R. auch mehr Kundschaft.


5. Bedrohung durch Ersatzprodukte

 

Gibt es ähnliche Produkte, die günstiger sind, vielleicht auch mit gleicher Qualität? Einige Pharmaunternehmen haben wenige Medikamente auf dem Markt, die sich als sehr umsatzstark erwiesen haben. Allerdings laufen nach ein paar Jahren die Patente aus, sodass Generikaunternehmen die qualitativ gleichen Pillchen produzieren und günstiger unter anderem Namen verkaufen. Warum sollte hier ein Kunde auf das teure Produkt zurückgreifen?

 

Generika = Nachahmerpräparate / wirkstoffgleiche Kopien etc.

 

Klar, es gibt wieder das thematisierte Markenimage ("Aspirin"), aber hallo: Es geht "nur" um Medikamente. Ist dir hier ein Image wirklich wichtig, wenn du die Tablette (mit denselben Wirkstoffen) für den halben Preis bekommst? "Hey Baby, ich mach in Aktien!" verstehen wir ja noch, aber "Hey Baby, ich lutsche nur Aspirin!" klingt etwas komisch.


"So, aber JETZT kaufe ich, wenn das alles positiv aussieht!!!"

Aktien kaufen

Neiheiin, immer noch nicht! Ein paar Stunden Arbeit kann die Analyse eines interessanten Unternehmens schon in Anspruch nehmen. Außerdem willst du es evtl. mit weiteren Aktiengesellschaften vergleichen, die in derselben Branche tätig sind. Über einige Finanzseiten findest du unter der Rubrik "Peergroup" Konkurrenzunternehmen (runter scrollen): "Finanzen.net"

 

Ergänzend weißt du leider noch gar nichts wie vorhin bereits benannt über die finanzielle Situation von unserem Beispielunternehmen. Aktuelle Unternehmensnachrichten wurden ebenfalls noch nicht berücksichtigt etc.

 

All diese Punkte sollten auch mit einigen Konkurrenzunternehmen verglichen werden.

 

Da an der Börse die Zukunft gehandelt wird, kannst du natürlich nur auf ein paar aktuelle und viele historische Fakten und Daten zugreifen. Daraus resultiert dann der "Glaube" ans Positive nicht im religiösen, sondern im unternehmerischen Sinne.


Dividendenstrategie

Dividendenadel verpflichtet!

 

Aktiengesellschaften die dem Dividendenandel zuzuordnen sind, haben in der Regel das Schlimmste hinter sich gebracht und blicken seit Jahrzehnten auf eine solide Unternehmensgeschichte zurück. Für stetige Einkommenströme eignet sich die Dividendenstrategie, welche wir dir hier vorstellen möchten.



Ein Buch, dass sich auch mit Qualitätsunternehmen und Dividendentiteln auseiandersetzt: Dividenden Investor