Aktienboss


Buy and Hold

Inhalt

  • Was bedeutet denn nun "Buy & Hold"?
  • Vor- und Nachteile dieser Anlagestrategie.

"Schatz, diese Statue habe ICH gekauft und die bleibt!!!"

Buy and Hold

Um Gottes Willen, der arme Ted. Nichts gegen Toro, aber da die beiden schon zwangsläufig den ganzen Tag aufeinander hocken woran wir nicht ganz unschuldig sind können wir den Bären verstehen, dass er diese mächtige Statue nicht auch noch in seiner Freizeit im Garten sehen möchte.

 

Nun, leider ist selbst der Borstenteppich in solch einer Situation ohnmächtig, hier wirken stärkere Kräfte.

 

Wir können nur hoffen, dass deine Aktien nicht genauso angeschlagen und bröckelig aussehen, wie die Toro-Statue, denn "kaufen & behalten" wäre in diesem Sinne keine besonders gelungene Anlagestrategie.


Was bedeutet "Buy & Hold"?

Da oben stehts doch: "Kaufen und behalten" ok, ok, wir erzählen dir noch ein bisschen mehr. Falls du die ETF-Reihe gelesen hast, so bist du dir ja bereits darüber bewusst, dass die Auswahl einzelner Aktien einer aktiven Anlagestrategie zuzuordnen ist und einfach nur in ETFs (börsengehandelte Indexfonds) zu investieren zu den passiven Anlageinstrumenten zählt.

 

Die "Buy & Hold" Strategie wird oft ebenfalls als eher passiv bezeichnet, da du die Aktien nach der Analyse und dem Kauf "einfach" über einen sehr langen Zeitraum im Depot liegen lässt. Ob der Kurs nun im Plus oder im Minus ist, kann dir dabei recht egal sein du tust "nichts" und gehst davon aus, dass es sich eher um kurzfristige Schwankungen handelt.

 

Wir persönlich finden die Buy & Hold-Strategie sehr gut, allerdings würden wir hier das Wort passiv durch "halbpassiv" ersetzen. Warum das so ist, wollen wir dir nach der Auflistung von Vor- und Nachteilen erklären.


Vorteile der Buy & Hold-Strategie

1. Geringe Transaktionskosten: Du verkaufst deine Aktien nicht direkt bei Kursgewinnen und/oder Kursverlusten.

 

2. Aktiengewinne müssen versteuert werden, du wiederum verschiebst diese Besteuerung in die Zukunft, da du ja auch nichts von deinen Aktien so schnell an den Mann/die Frau bringst und somit keine Gewinne erzielst. Das bedeutet, dass dein gesamtes Geld "arbeiten" kann, ohne Abzüge.

 

3. Du hast wir betonen es immer wieder weniger Stress. Na ja, diese pauschale Aussage müsste natürlich um einige deiner Charakterzüge ergänzt werden. Ob diese Strategie auch für dich stressfrei ist, weiß kein Mensch, wahrscheinlich nicht einmal du?! Ausprobieren! Immerhin musst du dich nicht zwangsläufig oft mit deinem Depot beschäftigen und viele Finanznachrichten inhalieren. Du solltest auch keine schwitzig-zittrigen Pfoten bekommen, weil du 10% im Plus oder 10% im Minus bist.

 

4. Wie bei den ETFs gilt: Ein langfristiger Anlagehorizont ohne stetiges "Hin & Her (macht Taschen leer)" erweist sich des Öfteren als renditefreundlicher als das eher kurz- bis mittelfristige "Kaufen-Verkaufen-Spielchen".


Nachteile der Buy & Hold-Strategie

Buy and Hold

1. Na guck, der e.on Chart kann immer wieder dienlich sein. Der einst "sichere Hafen" der DAX-Familie ist auf Würstchengröße seines ursprünglichen Börsenwerts zusammengeschrumpft. Solche Rohrkrepierer können die Lust und Laune am Buy & Hold-Ansatz ordentlich vermiesen.

 

2. Auch das Thema "Opportunitätskosten" sollte nicht ausgeblendet werden. Hast du eine Aktie im Depot, die 3 % Rendite aufweist, so hast du 2 % Opportunitätskosten, wenn du dein Geld über einen bestimmten Zeitraum und über eine andere Investition mit 5 % Rendite angelegt hättest (5% - 3% = 2%).

 

3. Du hast keine ordentliche Aktienauswahl getätigt und es schlummern Geldvernichtungsmaschinen in deinem Depot.


Die Realität

Opportunitätskosten

Besser: Eine Variante von Realität und zwar unsere: Wir selbst verfolgen eine Buy & Hold-Strategie. Hierbei schlummern nicht ausschließlich, aber überwiegend viele Qualitätsaktien bzw. Qualitätsunternehmen in unserem Depot.

 

Was anderes würden wir persönlich auch keinem Anfänger empfehlen. Es ist tatsächlich ein schönes Gefühl, Aktien im Depot zu haben, die man unabhängig von Kursschwankungen einfach nur behält und bei Korrekturen nachkaufen kann. Wir hoffen, dass wir langfristig dafür mit "satten Gewinnen" belohnt werden. Unter "langfristig" verstehen wir hier mehrere Jahrzehnte, das nur am Rande auch wenns langweilig klingt.

 

Diese Strategie bedeutet übrigens nicht, dass man keine Finanz- und Unternehmensnachrichten mehr liest. Selbstverständlich überprüfen wir immer wieder, wie sich das Unternehmen entwickelt: "Gefällt uns überhaupt noch der Verschuldungsgrad oder die Sprache des Managements?!"

 

Es kann vorkommen, dass man sich auch hier (logischerweise) zwischendurch mal von einem Unternehmen trennen sollte. Aus diesem Grund würden wir diese Strategie auch eher als "halbpassiv" bezeichnen.

 

Zum Thema Opportunitätskosten: Das bedeutet vereinfacht nichts anderes, als "entgangene Einkünfte". Aber wie solltest du feststellen, ob deine Kohle woanders besser angelegt wäre? Mit Sicherheit wäre sie das immer irgendwo, außer du hast den heiligen Gral des Investments gefunden. Bleib locker und stressfrei.


Aktienrückkaufprogramm

Aktienrückkaufprogramme

 

Aktienrückkaufprogramme führen in aller Regel zu steigenden Kursen, was du als Aktionär selbstverständlich begrüßt. Noch schöner ist es, wenn das Unternehmen die Aktien durch den Reißwolf jagt, sodass es nun weniger Wertpapiere bei gleichbleibendem Grundkapital gibt = du bist nun reicher!



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