Aktien für Dummies


Blutige Bären bedeuten baldiges Bares!

Inhalt

  • Börsencrash wahrscheinlich jeder langfristig orientierte Anleger wird ihn zu spüren bekommen.
  • Aktien nach Crashs günstig einkaufen Gefahren und Vorteile.
  • Was sind Marktkorrekturen?

"Shopping Time!"

Kaufe, wenn Blut durch die Straßen fließt

Diese Börsenweisheit klingt sehr martialisch, das geben wir zu. "Blut!!!!!" Streng genommen herrschen auch heftige Zeiten für Anleger, wir befinden uns im Crash oder kurz danach. Die Kurse sind in den Keller gerauscht, Gier existiert nicht mehr. Panik hat sich breit gemacht, jeder will seine letzten Kröten vor dem "finanziellen Weltuntergang" retten.

 

Die Verkäufer beherrschen den Markt, Käufer gibt es wenige. Doch dieser Zustand ändert sich irgendwann. Auch wenn die Weisheit symbolisch gemeint ist, so gehen die ersten Aktienboss-Bullen durch die von toten Bären gepflasterten Straßen und versuchen ihr Glück: "It´s shopping time!"

 

Sie wissen: Jeder Bärenmarkt (fallende Kurse) wechselt auch wieder zum Bullenmarkt (steigende Kurse). Die Bären haben den Kampf letztendlich doch wieder verloren.

 

Was ein Crash im Detail ist und wie es dazu kommen kann, findest du unter der Rubrik "Blase & Crash".


Crash

Alle bekommen ihren (Börsen)Crash... irgendwann!

Börsencrash

Jeder langfristig orientierte Anleger wird wahrscheinlich einen oder mehrere Crashs in seinem Investorenleben zu spüren bekommen. Doch bevor man jetzt den Aktienmarkt verteufelt und alles mit großen Verlusten verkauft, sollte man bedenken: Wäre das vielleicht nicht auch eine gute Möglichkeit, sehr günstig Unternehmensanteile zu bekommen?

 

Nach bisher jedem Crash ging es wieder bergauf, vorausgesetzt du hast keine Schrottaktien gekauft. 20%, 30%, 50% Kursverluste alles ist möglich. Natürlich kann es theoretisch sein, dass du heute investierst und morgen beginnt der nächste Crash. Es kann aber auch sein, dass du heute investierst, die Aktienkurse in den nächsten Jahren weiter steigen und im Falle eines Crashs noch nicht mal auf dein Kaufniveau zurückfallen. In der Zwischenzeit hast du z.B. zusätzlich Dividenden kassiert.

 

Keiner weiß vorher: Wann, wieso und weshalb kommt es zum Crash und wie heftig wird er ausfallen!


Kaufe, wenn Blut durch die Straßen fließt!


Was tun kluge Investoren?

 

Kluge Investoren kaufen im Falle eines Crashs ihre Qualitätsaktien nach und erhöhen somit den Bestand ihrer Unternehmensanteile zu einem sehr günstigen Spottpreis. Kluge Investoren wissen aber auch, dass diese Regel im Falle einer Krise nicht zwangsläufig für alle Aktien gilt. Viele Branchen laufen dann erstmal schlecht - wie lange weiß keiner.

 

Die Aussage des "Nachkaufens" besitzt somit keine Allgemeingültigkeit, auch wenn dir das vielleicht einige weismachen wollen "Ich kaufe einfach nach und sitze das aus! Punkt! Klassisches Buy & Hold!" Solche oder so ähnliche Sprüche wirst du als Aktieninteressierter des Öfteren zu hören bekommen fang an die Leute auszuquetschen:

  • "Was tust du, wenn deine Aktien abrauschen und warum tust du das?"
  • "Können die Branchen, in der die Unternehmen tätig sind, in düsteren Zeiten weiterhin Geld verdienen, wenn ja, wie?"
  • "Worauf basiert die `Krisenresistenz´ der Unternehmen? Können sie Durststrecken gut überstehen?
  • "Welche Gegenargumente gibt es zu deinen Positionen?" usw.

Sollte der gesamte Markt allerdings zusammenbrechen, steht das nicht zwangsläufig in Relation zu den zukünftigen Ergebnissen einiger Aktiengesellschaften, diese können durchaus weiterhin im positiven Bereich liegen können, nicht müssen.


Es gibt übrigens eine weitere Börsenweisheit zur Thematik, die etwas widersprüchlich erscheint:

Greife nie in ein fallendes Messer!

Börsenweisheiten

Diese Weisheit soll dich davor schützen, immer und überall Schnäppchen zu wittern und nach starken Kursrückgängen einfach unreflektiert zu kaufen. Einige Privatanleger kennen nicht mal ansatzweise den Grund für Kursrückgänge unabhängig davon, ob wir uns im Crash befinden oder nur eine Einzelaktie abrauscht.

 

Nun lautet in der Regel die oberflächliche Empfehlung: "Warte ab, bis die Bären wirklich tot sind und der Kurs wieder steigt." Nur wissen wir nicht, wann sich tatsächlich die letzten pessimistischen Bären "verabschiedet" haben. Es gibt eine weitere Möglichkeit, die wir als geeigneter ansehen:


"Kaufe gestaffelt bzw. nach und nach. Immer nur mit einem Teil deines Geldes."

Aktien Verlust

Natürlich gilt das nicht automatisch für alle Lebenslagen. Wenn eine einzelne Aktie abrauscht, dann wird das wahrscheinlich unternehmerische Gründe haben. Einfach nur nachzukaufen muss nicht immer sinnvoll sein!

 

Schau dir den e.on-Kursverlauf seit 2007 an. Hättest du immer wieder nachgekauft, würdest du unter ziemlichen Schmerzen leiden. Dieser Energieriese galt damals als einer der sichersten Häfen.

 

Sollte jedoch eine breite Korrektur oder ein richtiger, globaler Börsencrash stattfinden, der eben nicht durch unternehmerische Fehlentscheidungen zu begründen ist, so kann man "vorsichtig und behutsam" seine Anteile nach und nach zu genialen Preisen aufstocken, wenn man sich seiner Sache (rational begründet) sicher ist.


Cost-Average-Effekt

Durch das eben thematisierte Nachkaufen reduzierst du im Falle weiterer Kursrückgänge den Durchschnittspreis deiner Käufe und erhöhst deine Unternehmensanteile.

 

Gut, das alles kostet natürlich Transaktionsgebühren und ist auch nicht als allgemeingültige Handlungsempfehlung anzusehen! Zudem: In Crashzeiten sind die meisten Menschen psychologisch zum Nachkaufen überhaupt nicht fähig. Alle Medien berichten vom "Weltuntergang" und keiner weiß, ob am nächsten Tag die Börsen überhaupt noch öffnen werden. Du musst schon sehr rational und kalt an die Sache herangehen, um in solchen Szenarien Kaufaufträge erteilen zu können.


Die "Mir-Ist-Alles-Sch...egal-Variante":

 

Ob goldene oder pechschwarze Börsenzeiten du besparst einfach stur und bockig deine ETFs, egal was passiert. Das ist 1. gesünder für die Psyche und 2. hast du mehr Zeit für wichtigere Sachen. Lies unsere ETF-Reihe!


Marktkorrekturen

Übrigens, Marktkorrekturen im Sinne von "kleinen Crashs" kommen häufiger vor und dauern meistens nicht besonders lange. Sie können sogar sehr "gesund" sein, damit es nicht zur Überhitzung bzw. Übertreibung der Aktienkurse kommt. Es klingt doch logisch, dass es nicht nur unendlich bergauf gehen kann. Korrekturen nach unten und Bären gehören dazu.

 

Noch was: Eine Korrektur kann in beide Richtungen erfolgen. Läuft der Kurs seit längerem nach unten, so kann er auch nach oben korrigieren.


Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen

Bearfist in Bullface!

 

Schon wieder irgendwas mit Gewalt! Unser pelziger Freund verteilt eine ordentliche Bud-Spencer-Kelle an Toro. Ein Beweis dafür, dass an der Börse raue Sitten herrschen können. Wie (und ob) man sich schützen sollte, erfährst du hier. Es könnte übrigens sein, dass sich Ted über dich lustig macht.



Nun zur Eigenwerbung, wieder etwas spannender und dezent am Ende: Bist du oder einer deiner Freunde ein Aktienboss ("Shopping Time")? Schau mal hier: Wir haben was für euch - das Aktienboss-Börsenoutfit!