Aktienbücher


Die Kunst, über Geld nachzudenken

von André Kostolany*


André Kostolany

Kostolany

André Kostolany (* 1906, † 1999) war ein Finanz- und Börsenexperte, der den Begriff der "Spekulation" u.a. als intellektuelle Handlung prägte. Journalistische und schriftstellerische Tätigkeiten zählten ebenso zu seinem Schaffensspektrum, wie auch viele Fernsehauftritte (beispielsweise in der Harald Schmidt Show).

 

Kostolany (kurz "Kosto") galt und gilt bis heute als einer der Börsen-Altmeister, oft auch als "Guru" von der Presse bezeichnet, obwohl er selbst diesen Begriff verachtete, da man von ihm keine heißen Tipps erwarten sollte. André Kostolany galt als sehr geistreicher und streitbarer Kämpfer für einen sauberen Kapitalismus. Des Weiteren wurde er durch viele Börsenweisheiten bekannt.

 

Sein Buch "Die Kunst, über Geld nachzudenken" findet in der Dummie-Rubrik ihren Platz, da wir es als Grundlage für den Aktieneinstieg ansehen. Wo sonst könntest du auf 80jährige Börsenerfahrung Zugriff erhalten. Lerne von einem grundsoliden, durchaus charmanten und sehr unterhaltsam erzählenden Börsenexperten. 


Phantasie ist wichtiger als Wissen

"Kosto" lässt dich an seiner Erfahrung teilhaben. Du wirst aus seiner Perspektive erfahren, mit welchen Mechanismen dich viele Abzocker über den Tisch ziehen wollen und wie Börsenkurse manipuliert werden können.

 

Kostolany sieht es wie Einstein: "Phantasie ist wichtiger als Wissen!" Somit wirst du in diesem Buch auch keine Kennzahlen kennenlernen, mit deren Hilfe du tolle Aktien bewerten kannst dafür sind andere Bücher besser geeignet.

 

Aber kaum ein Buch wird dir so unterhaltsam und authentisch das alltägliche "Börsenspiel" mit allem Wahnsinn vermitteln. Hast du "Kosto" zugehört bzw. dieses Buch gelesen, wirst du von vornherein sehr viel mehr verstehen, als blinde und von der Finanzpresse abhängige "Börsenspieler".



Kostolanys Handwerkszeug

Den Begriff der "Börsenspieler" nutzt Kostolany immer wieder gerne um "Anleger" zu beschreiben, die keine Phantasie oder Anlage-Strategie besitzen und wie blinde Lemminge der Finanzpresse und "heißen Tipps" hinterherrennen. Er differenziert auch gerne zwischen den "zittrigen" und "hartgesottenen" Anlegern. Gehöre nicht zu den "zittrigen Roulettespielern"!

 

Wer "Kostolany" googelt und sich ein paar Videos anschaut oder Interviews durchliest, wird schnell feststellen, dass er sich gerne und auch heftig streiten konnte, insbesondere mit windigen Managern und Betriebswirtschaftslehre-Jüngern. Er hielt nichts davon, mit mathematischen Formeln Zukunftsprognosen zu stellen. Sein Handwerkszeug bestand in erster Linie aus all seinen Mitmenschen: "Was benötigen sie? Welche Sorgen machen sie sich? Worüber kommunizieren sie?"

 

Dabei sagt "Kosto" keineswegs, dass es sinnlos wäre, Aktiengesellschaften zu analysieren. Selbstverständlich gehört zum Handwerkszeug nicht nur Phantasie, allerdings nutzt einem die beste mathematische Formel nichts, wenn man eben keine Vorstellungskraft besitzt.

 

Punkto "Phantasie" wirst du gut unterhalten, denn "Kosto" erklärt auch die Börse aus seiner individuellen Perspektive, was zwischen Kritik und romantischen Erinnerungen sehr angenehm und gut zu lesen ist. Man merkt sofort, dass hier kein langweiliger Zahlenjongleur, sondern ein sehr begeisterungsfähiger, aber auch kritischer Mensch zu Wort kommt.


Geld, Gedanken, Geduld und Glück

Die Kunst, über Geld nachzudenken

Laut Kostolany sind die "4 Gs" die wichtigsten Punkte, um an der Börse zu "überleben". Dabei könnte man das in seinen Worten noch enger zusammenfassen: Geld + Pychologie = Börsen(tendenz)

 

Damit meint er nicht, dass du viel Geld besitzen musst. Er spricht gerne von "Millionären", meint aber eher damit Menschen, die keine Konsumschulden machen und ihre Finanzen selbstständig und durchdacht in die Hand nehmen. Der Punkt "Geld" bezieht sich bei den "4 Gs" darauf, dass die Börse gut läuft, wenn die Leute viel Geld besitzen, um dieses dort investieren zu können. Wenn dann noch eine allgemein positive Grundstimmung vorherrscht (Psychologie), dann läuft es super auch bei eher schlechten Aktiengesellschaften. Hier sagt er eindeutig, dass es keine Kunst ist, in goldenen Börsenzeiten gut abzuschneiden.

 

"Abgerechnet" wird, wenn es bergab geht und sogar einige Unternehmen von der Bildfläche verschwinden oder ihre Aktienkurse sich nicht mehr erholen. Wie du solide Unternehmen anfängerfreundlich finden kannst, thematisieren wir in unserer "Aktienboss-Rubrik".


Zusammenfassung

Lass dich nicht verar.....! Kostolany hilft, und das sehr unterhaltsam, charmant, verständlich und authentisch verfasst! Hier lernst du nichts über Betriebswirtschaftslehre oder das Lesen von (legal manipulierbaren) Bilanzen. Du lernst etwas viel wichtigeres: Psychologie an der Börse (mit allen Spielereien, Tricks und Abzocker-Methoden). Ergänzend erfährst du auch sehr viel darüber, was die Aktienkurse wirklich bewegt und wie es zu völlig überteuerten Aktienpreisen kommen kann.

 

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