Aktienboss


Dividendenrendite

und Ausschüttungsquote

Inhalt

  • Berechnung der Dividendenrendite.
  • Die Ausschüttungsquote zahlt das Unternehmen die Dividenden aus den Gewinnen oder der Substanz?
  • Wachstumswerte mit hohen Investitionsraten können auch ohne Dividenden gute Investments sein.

"Gönn dir, Toro! Für dich nur das Beste!"

Dividendenrendite

Sollte ein Unternehmen ebenso wenig Dividenden an dich ausschütten, wie Ted vom gemeinsam gekauften Braten an Toro überreicht, so muss das nicht zwangsläufig schlecht sein. Der Bulle wiederum hat anscheinend einen Fehler mit der gemeinsamen Investition in diesen fetten Braten gemacht.

 

Dessen ungeachtet wollen wir Ted auch mal loben, denn trotz seiner Raubtierinstinkte "teilt" er den Braten mit Toro, auch wenn die Rendite für den Bullen äußerst gering ausfällt, wenn wir sie ins Verhältnis zur Anfangsinvestition setzen.


Dividendenrendite

Komm, wir rechnen direkt. Nehmen wir an, dass der aktuelle Aktienkurs bei 200 Euro und die zukünftige Dividende bei 5 Euro je Aktie liegt:

  • (Dividende je Aktie / Aktienkurs) * 100 = x% Dividendenrendite
  • (5 Euro / 200 Euro) * 100 = 2,50% Dividendenrendite

Die "Dividende je Aktie" bezieht sich auf Ausschüttungen eines gesamten Geschäftsjahres.

 

Wenn du bereits weißt, wieviel Dividende dein Wunschunternehmen im laufenden Jahr pro Aktie ausschütten wird, dann kannst du damit die Dividendenrendite berechnen. Diese erhöht sich bei "gesunden" Unternehmen stetig für dich, vorausgesetzt du besitzt auch Aktien. Mit steigenden Gewinnen steigen i.d.R. auch die Ausschüttungen, sodass sich die Rendite zu deinem Einstiegskurs erhöht.

 

Wie kann sich die Dividendenrendite noch (schnell) erhöhen? Richtig, durch einen Kursrutsch! Kennst du den Grund dafür, warum das jeweilige Unternehmen an der Börse verprügelt wurde und die Aktien nun sehr günstig zu kaufen sind?


Ausschüttungsquote

Was der Unterschied zwischen der Unternehmenssubstanz und Gewinnen ist, möchte dir Toro gerne demonstrieren:

Ausschüttungsquote

Ohne großes Gerede: Was glaubst du, wie oft dir Toro noch einen Teil (bzw. eine Dividende) von Ted zahlen könnte? Er greift mit dem Öhrchen direkt die Substanz seines blutigen Pelzkumpanes an. Um Aktionäre zu beglücken und den Kurs hoch zu halten, kommen manche Unternehmen auf eine ähnliche Idee.

 

Dividenden sollten nur aus den Gewinnen und nicht aus der Substanz ausgeschüttet werden, anders funktioniert das langfristig auch nicht. Wenn Aktiengesellschaften z.B. Desinvestitionen vornehmen, um mit dem Geld die Aktionäre zu beglücken, so wäre das ein sehr kritischer Prozess. Schau dir Ted an! Im nächsten Jahr glaubt das zweite Öhrchen dran, dann im übernächsten das linke Auge etc..., da geht noch einiges!

 

Ja, "einiges": Ein paar Jahre geht das noch gut, bis Ted die Radieschen von unten anguckt! Viel besser wäre es gewesen, wenn Toro ein paar Münzen aus Teds Pelz gefischt hätte, denn diese kann der Bär erneut verdienen und wieder zwischen seinen dicken Borsten platzieren, vorausgesetzt er verdient auch etwas.

 

Um zu überprüfen, ob das Unternehmen über einen stabilen, finanziellen Sockel verfügt, kannst du a) nach der Eigenkapitalquote schauen und b) die Ausschüttungsquote berechnen, um die Gewinne ins Verhältnis zu den Dividenden zu setzen. (Alternativ schaust du dir diese Werte auf verschiedensten Finanzseiten an.)


Wie hoch sind die Ausschüttungsquoten und zahlt das Unternehmen seine Dividenden aus den Gewinnen?

Die Ausschüttungsquote setzt den "Gewinn je Aktie" ins Verhältnis zur "Dividende je Aktie":

Bildquelle: finanzen.net

Hier ein Beispiel vom amerikanischen Unternehmen "Johnson & Johnson" (mit den hauseigenen Marken o.b., Carefree, Listerine, Dolormin etc.). Angaben in US-Dollar! (keine Kaufempfehlung, nur ein Beispiel :)) Wenn du nicht mehr weißt, was "verwässert" bedeutet, lies dir später noch die Lektion Kurs-Gewinn-Verhältnis durch.

Rechnung:

  • Dividende je Aktie = 3,15 USD
  • Gewinn je Aktie = 5,93 USD
  • Formel: (Dividende je Aktie / Gewinn je Aktie) * 100 = x% Ausschüttungsquote
  • (3,15 USD / 5,93 USD) * 100 = 53,12% Ausschüttungsquote

Das bedeutet, dass 53,12% des Gewinns an die Aktionäre ausgeschüttet wurden. Qualitätsunternehmen, die dem Dividendenadel zuzuordnen sind, bewegen sich auch in diesem durchaus gesunden Bereich. 50% - 60% ist angenehm. Du kannst du dich jetzt oder später unter der Rubrik "Qualitätsunternehmen & Dividendenadel" diesbezüglich schlau lesen.


Frage:

"Wie kann ein Unternehmen an Geld kommen, um Dividenden an die Aktionäre auszuschütten?" Auf einige Antworten kommst du bereits selbst.

  • Logisch: Gewinne (= gut)
  • Desinvestitionen (Verkauf von Maschinen oder...)
  • Ausgabe neuer bzw. junger Aktien (Kapitalbeschaffung)
  • Aufnahme von Fremdkapital bzw. Schulden

Suchst du dir bewusst Dividendentitel aus, so lass dich nicht über den Tisch ziehen! Überprüfe immer, woher die Kohle stammt: Einige Möglichkeiten, um dieses nachvollziehen zu können, haben wir dir ja bereits präsentiert.

 

Übrigens: Eine zu hohe Ausschüttungsquote ist auch blöd, denn das Unternehmen soll Rücklagen bilden, um Durststrecken (ohne Aufnahme von Fremdkapital) überbrücken zu können.

 

Selbstverständlich unterliegt auch die Ausschüttungsquote einigen Schwankungen. Wenn Aktiengesellschaften im Investitionsmodus sind, werden möglicherweise auch hierfür Gewinne genutzt. So kann es durchaus mal sein, dass die Quote niedriger liegt. Die Gründe dafür musst du recherchieren.

 

Wie immer betrachten wir auch bei der Ausschüttungsquote mehrere Jahre! Gibts Auffälligkeiten bzw. extreme Schwankungen? = Recherche! Es kommt manchmal vor, dass die Ausschüttungen über den Gewinnen liegen, somit wäre die Ausschüttungsquote > 100%. Das du in solchen Fällen besser überprüfst, warum das so ist, klingt doch nachvollziehbar.


Es müssen nicht immer Dividendenzahler sein

Dividendenaktien

Sollte ein Unternehmen dazu in der Lage sein, aus einem Euro zwei Euro zu machen, dann ist das Geld evtl. bei der Aktiengesellschaft besser aufgehoben als bei dir.

 

Nicht jedes Unternehmen schüttet Dividenden aus. Wachstumswerte mit hohen Investitionsraten benötigen oft die Gewinne. Deine Rendite ergibt sich dann aus dem erhöhten Unternehmenswert und der damit verbundenen Kurssteigerung.

 

Außerdem: Dividenden zu erhalten bedeutet einfach ausgedrückt, dass sich dein Vermögen nur umpositioniert hat. Es ist aus dem Unternehmen lediglich in deine Tasche geflossen. Als Aktionär gehört dir jedoch ein Anteil am Unternehmen, sodass sich, wie erwähnt, dein Kapital nur woanders niedergelassen hat.


CAGR Formel

Berechnung von Wachstumsraten

 

Auch wenn ihm das keiner abkauft, so macht Toro einen auf Einstein. Na ja, erklären kann er dir die CAGR-Formel leider nicht, deshalb müssen wir mal wieder einspringen. Es geht um die Berechnung von durchschnittlichen Wachstumsraten, und das über einen mehrjährigen Beobachtungszeitraum. Viel Spaß!



Ted sagt: "Du liest hier alles völlig gebührenfrei, also gehst du jetzt in unseren `Börsenoutfit-Shop´ und kaufst ´ne Tasse!"