Aktienboss


Eigenkapitalquote

Inhalt

  • Eigenkapital und Eigenkapitalquote
  • "Gute" Schulden bei Aktiengesellschaften

Kaufst du nur, was du dir auch leisten kannst, so beträgt deine Eigenkapitalquote 100%!

Eigenkapital

Das Vermögen von Toro:

  • Smartphone: 500 Euro
  • gebrauchter Bauernporsche: 8.500 Euro
  • Klamotten: Hast du ihn jemals in Klamotten gesehen?
  • Gesamt: 9.000 Euro

Die Schulden vom Bullen:

  • ein offenes Knöllchen: 100 Euro
  • geliehenes Geld von Ted: 900 Euro
  • Bankkredit für den Bauernporsche: 5.000 Euro
  • Gesamt: 6.000 Euro

Was bedeutet Eigenkapital?

Toro besitzt momentan 3.000 Euro Eigenkapital. Dieser Wert ergibt sich ganz einfach aus der Differenz von Vermögen und Schulden. Falls du kein Mathegenie bist: 9.000 Euro Vermögen - 6.000 Euro Schulden = 3.000 Euro Eigenkapital! Das gehört Toro. Punkt. Mehr nicht!

 

Also, wenn du Bekannte und Freunde hast, die gerne einen auf dicke Tasche machen, so frag sie lässig nach ihrem tatsächlichen Eigenkapital. In der Regel wirst du mit großen, fragenden Augen und einem Sabbertropfen im Mundwinkel belohnt.


Was bedeutet Eigenkapitalquote?

Mit der Eigenkapitalquote wird das prozentuale Verhältnis vom Eigenkapital zum Gesamtkapital angegeben. Toro verfügt über ein Gesamtkapital von 9.000 Euro (3.000 Euro Eigenkapital + 6.000 Euro Schulden bzw. Fremdkapital)

 

Rechnung:

  • (Eigenkapital / Gesamtkapital) * 100 = x% Eigenkapitalquote
  • (3.000 Euro / 9.000 Euro) * 100 = 33,33% Eigenkapitalquote

Übersetzt: Nur 33,33% seines "Vermögens" gehören Toro tatsächlich.


"Ganz ehrlich Toro, du solltest mal deine finanzielle Situation überdenken!"

Eigenkapitalquote

Der Bulle scheint etwas über seine Verhältnisse zu leben, wie man nun unschwer erkennen kann. Die ganze Kohle wurde nur in Konsumgüter gesteckt, die wiederum keinen einzigen Euro abwerfen. Hinzu kommt der Wertverlust seines Möchtegern-Sportwagens!

 

33,33% Eigenkapitalquote ein schlechter Wert für Privatleute. Bei Aktiengesellschaften kann das anders aussehen, da ein seriöses Unternehmen oft Schulden aufnimmt, um zu investieren. Hier entstehen Werte, die Gewinne abwerfen. Konsumschulden sind etwas ganz anderes!

 

Davon ab: Ted findet es etwas peinlich, dass Toro so eine Karre besitzen will, obwohl er sie sich nicht mal ansatzweise leisten kann. Leider scheint genau das in Mode zu sein. Lächle als angehender Aktienboss darüber, denn diese Leute spielen wahrscheinlich auch dir ihr Geld in die Tasche (über irgendein Unternehmen, von dem du Aktien besitzt), sodass du vielleicht "bald" in DEINER dicken Karre sitzt, die NICHT der Bank gehört.


Eigenkapitalquote bei Aktiengesellschaften

Aktiengesellschaften verfügen über viele Vermögenswerte, wie beispielsweise Fabrikgebäude, Maschinen, Investitionen in andere Unternehmen, Vorräte, Fuhrpark (LKWs, Firmenwagen) etc.

 

Eigenkapital und Eigenkapitalquote werden hier nach demselben Prinzip berechnet. Und jetzt eine freudige Nachricht für Matheverweigerer: Du musst nicht selbstständig rumrechnen, denn die Daten werden in den Geschäftsberichten oder auf diversen Finanzseiten veröffentlicht. Wir zeigen dir ein Beispiel:

Bildquelle: comdirect.de

Eigenkapitalquote

Bei allen Kennzahlen gilt: Wir betrachten nicht nur das aktuelle Jahr, da wir auch die Entwicklung der Daten im Blick haben wollen. Diese Werte stammen übrigens vom Unternehmen "Procter & Gamble" (keine Kaufempfehlung, nur ein Beispiel). Du "kennst" dieses amerikanische Unternehmen, auch wenn du es vielleicht noch nicht weißt: Pampers, Gillette, Ariel und Oral-B sind nur einige Markenbeispiele, die diesem Großkonzern gehören.

 

Zurück zur Eigenkapitalquote: Im Jahr 2016 beträgt diese ca. 46%, was für eine Aktiengesellschaft ein sehr guter und stabiler Wert ist. Prinzipiell kann man sagen: Je höher die Eigenkapitalquote ist, desto längere Durststrecken kann ein Unternehmen überstehen, ohne Kredite aufnehmen zu müssen (oder desto geringer ist das Risiko in die Pleite zu rutschen). 30%, 40%, 50% sind oberflächlich betrachtet annehmbare Werte.

 

Natürlich kann man das nicht so pauschal sagen, wie du in den weiteren Lektionen erfahren wirst. Einen ersten Denkanstoß für "gute Schulden" wollen wir dir direkt mit auf den Weg geben.


Gute Schulden

Schulden

Man kann nicht immer und einfach sagen, dass Schulden "schlecht" sind. Klar, Konsumschulden für dein neues Smartphone oder den geleasten Bauernporsche zu machen, ist unklug. Wir reden jetzt aber nicht über diese Form von Schulden.

 

Besitzt ein Unternehmen gute Wachstums- und Investitionsmöglichkeiten, so können diese Prozesse oft wesentlich langsamer vollzogen werden, wenn sie nur durch erwirtschaftete Gewinne finanziert werden. Somit kann es durchaus sinnvoll sein, wenn eine Aktiengesellschaft neue Schulden aufnimmt wohlgemerkt "kann", nicht "muss", denn Investitionen enden nicht immer positiv, logisch.

 

Du bist in der Pflicht, Managementaussagen und Unternehmensnachrichten zu verfolgen, solltest du ein wachstumsintensives und höher verschuldetes Unternehmen beobachten.

 

Für den Aktienboss-Anfänger erscheint es allerdings wesentlich "gesünder", sich vorerst nur mit größeren Qualitätsunternehmen auseinanderzusetzen, die über solide und bewiesene Geschäftsmodelle und einen sehr positiven finanziellen Sockel verfügen.

 

Zu dieser Thematik haben wir übrigens eine eigene Rubrik: Qualitätsunternehmen und Dividendenadel


Möchtest du vielleicht noch dein Schulwissen auffrischen und einen kurzen Überblick darüber bekommen, was eine Bilanz ist?


Kurs-Buchwert-Verhältnis

Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)

 

Bitterböse: Ted hat eine "Rindersteak AG" gegründet! Um diesen Geniestreich umsetzen zu können, musste er viel investieren und hat mittlerweile ein fettes Firmenvermögen angehäuft. Was das mit dem Buchwert (je Aktie) und der Kennzahl "Kurs-Buchwert-Verhältnis" zu tun hat, erfährst du hier.



Als angehender Investor gehört Bildung nun zu deinem Alltag: Buchtipps! :)