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Growth and Value

Inhalt

  • Definition von Growth & Value.
  • Was ist typisch für Growth- und Valueunternehmen?
  • Teds Ansprache: "Du wirst nicht der nächste große Starinvestor im Valuebereich!"

"Du wächst ja immer noch - um die Hüfte..."

Growth and Value

Growth & Value oder "Wachstum & Substanz". Aktien, die zu den Growthwerten zählen, besitzen ein größeres Wachstumspotential, als die Speckkollegen zumindest sehen das die meisten Anleger so. "Wachstum" kann selbstverständlich auch immer wieder zu weiterem Hüftgold führen und ist nicht an den Windelstatus oder die Börsentiergröße gebunden.

 

Natürlich kann man nicht einfach sagen, dass die dicken Tiere der Value-, die kleinen Bullen und Bären wiederum zwangsläufig der Growthgruppierung zuzuordnen sind.

 

"Wachstum" ist nicht zwangsläufig eine Frage der Unternehmensgröße, sondern eine Frage der Berechnung und des Börsenwerts. Ein Pelziger in Windeln ist nicht mit "klein", sondern hier mit "Wachstum" zu umschreiben, irgendwie passt das doch gut zusammen.


Was sind Growth-Aktien?

Growth Aktien

Du hast dich ja bereits mit der Rubrik "Aktienanalyse" beschäftigt, sodass wir hier lediglich ein paar Aussagen zu einigen Kennzahlen machen, ohne diese erneut zu erklären:

  • Sehr geringe oder gar keine Ausschüttungen bzw. Dividenden. Das Unternehmen benötigt die erwirtschafteten Gewinne für das Wachsen (Investitionen, Marketing, Forschung etc.).
  • Ein hoher Aktienkurs. Somit ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) ebenfalls hoch.
  • Und wenn wir schon das Wort "hoch" so oft benutzen, dann bleiben wir doch direkt dabei "hohe" Erwartungen vieler Anleger, die der jeweiligen Branche eine starke Zukunft voraussagen.

Wiederholung: Ein Windelbulle bedeutet eher "Wachstumserwartungen" und nicht automatisch "winzig".


Google

Google ist ein gutes Beispiel, für einen typischen Growth-Titel:

  • bisher keine Dividendenzahlungen
  • hohe Wachstumserwartungen der Anleger
  • hohes Kurs-Gewinn-Verhältnis
  • viele Investitionen

Growth und die Branche

Growth-Werte sind in Branchen anzutreffen, die sich hohen Wachstumserwartungen der Anleger aussetzen. Ganz klassisch tummeln sich hier beispielsweise viele Technologie- und Biotechnikunternehmen.

 

Vorweg: Beim "Growth-Investment-Style" ist vor allem die Betrachtung einer Branche von größter Wichtigkeit. Glaubst du an die Revolution von 3D-Druckern, auch in privaten Haushalten? Dann solltest du dich diesbezüglich ziemlich schlau lesen der Nachteil liegt allerdings wie immer in der Zukunft: Du kennst sie nicht und kannst nur daran glauben, dass eine neue Entwicklung revolutionäre Tendenzen aufnimmt oder eben wieder im Nichts verschwindet.

 

Deine Glaubensfrage sollte ergänzend durch viele aktuelle und/oder historische Fakten und mögliche Konkurrenzprodukte immer wieder kritisch durchleuchtet oder positiv untermauert werden.


Snapchat

Ganz aktuell: Glaubst du an Snapchat? Hat das kurzweilige Veröffentlichen von Bildern/Videos viel Potential in der Zukunft? Wie entwickeln sich die Userzahlen? Wird Snapchat den "Kampf" gegen andere Messengerdienste überleben?

 

Und denk dran: Nur weil du der größte Snapchat-User auf der Welt bist, sagt das überhaupt nichts über das mögliche Unternehmenspotential aus. Den Freundes- und Bekanntenkreis zu beobachten kann oft eine Hilfestellung sein, allerdings ziehen sich Menschen mit ähnlichen Interessen natürlich oft an.


Was sind Value-Aktien?

Vielen Investoren geht es wie Toro, sie interessieren sich einfach nicht für "Value-Aktien":

  • die Finanzpresse interessiert sich ebenfalls nicht so stark für diese Unternehmen
  • das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist niedriger (als bei Growth-Aktien)
  • das Wachstum wird als geringer eingeschätzt
  • in der Regel werden Dividenden ausgeschüttet

In der Börsenliteratur wird ein "Value-Unternehmen" oft auch mit "hässlichem Entlein" umschrieben: Langweilig und wenig Wachstumserwartungen.


Value = werthaltig = Substanz

Zu dieser Thematik wird dir immer wieder der Name "Graham" und vor allem "Warren Buffett" begegnen. Die Value-Strategie erfolgt u.a. auf der Bewertung des Börsenwerts im Verhältnis zum Buchwert. Ursprünglich gilt eine Aktie als günstig, wenn das Kurs-Buchwert-Verhältnis kleiner als 1 ist (KBV < 1). Hinzu kommen selbstverständlich weitere Kennzahlen, wie das KGV und KCV etc.

 

Übersetzung: Die Aktien sind günstiger, als man für die (geschätzten) Vermögenswerte beim Verkauf des Unternehmens bekommen würde. Der Börsenwert ist somit geringer als der Buchwert: "Man besorgt sich Unternehmensanteile zum Schnäppchen- bzw. Sonderpreis." Das ist der ursprüngliche Kerngedanke.

 

Value-Investoren gehen nun davon aus, dass sich diese Unterbewertung in Zukunft durch steigende Aktienkurse auflöst. Ist man rechtzeitig und günstig eingestiegen, kann man sich am Bullenmarkt erfreuen.


Beispiel "Teds Harley"

Wenn sich der geschätzte Wert von Teds Harley auf 18.000 Euro beläuft, so würdest du sie doch auch für 15.000 Euro kaufen, oder nicht? Gut, an der Börse ist dieses "Spiel" leider etwas komplexer und kritischer zu betrachten.

 

Value-Titel kommen i.d.R. aus den "Old Economy Bereichen". Hierunter versteht man die "traditionelle Wirtschaft" (Maschinenbau, Stahl- und Chemieindustrie etc.), die der "New Economy" (Technologiewerte, soziale Medien, Internet etc.) gegenübersteht. Wenn man ganz klare Grenzen ziehen möchte, so wird einem allerdings sehr schnell auffallen, dass mittlerweile auch "Old Economy-Unternehmen" in neuere Technologien investiert haben.


Volkswagen

Nach dem Abgasskandal ist VW vorerst auch zum "hässlichen Entlein" verkommen. Viele Investoren meiden seitdem die VW-Aktien wie der Teufel das Weihwasser. Hier siehst du den panikartigen Verkauf innerhalb kürzester Zeit:

Bildquelle: comdirect.de


"Ich habe das Buch `In einem Tag zum Millionär mit Value-Investing´ gelesen! Ihr seid alle Noobs!"

Ted antwortet: "Du glaubst doch nicht ernsthaft, dass du..."

Value Aktien
  • "... der nächste Warren Buffett wirst! Warren kann es sich leisten, Aktien in Dimensionen zu kaufen, um später das Unternehmen in eine bestimmte Richtung zu lenken. Zudem geht er gerne mit Unternehmensmanagern Käffchen trinken - na, siehst du da Parallelen zu dir?
  • "... meine Harley für 15.000 Euro bekommst!
  • "... ein völlig unterbewertetes Unternehmen gefunden hast und diese Unterbewertung keinen triftigen Grund hat? Wir leben in Zeiten des Internets mit Millionen von Anlegern und noch mehr Informationen, die allen zur Verfügung stehen!"

Tut uns leid, der Bär schon wieder mit seinen direkten und leicht selbstverliebten Ansprachen. Zudem meint Ted 100%ig mit seiner Ansprache nicht, dass es völlig egal ist, ob man ein Unternehmen analysiert oder nicht. Natürlich verschaffst du dir unter Berücksichtigung aller auf dieser Seite thematisierten Inhalte einen Rundumblick.


Die Mischung machts

Du wirst wie immer viele widersprüchliche Argumente und auch Studien in der Börsenliteratur finden, die dir einerseits nur zu Value-Aktien, andererseits nur zu Growth-Aktien raten.

 

Ob Growth, ob Value: Vielleicht entscheidest du dich nicht nur für eine Variante, sondern verteilst auch hier deine Investments, Stichwort: Diversifikation!


Buy and Hold

Buy & Hold

 

"Hin und her macht Taschen leer" das kennst du ja bereits. Was du einmal besitzt, bleibt auch bei dir? Dann bist du der klassische Buy & Hold-Anleger. Ob ein Sack Reis in China umfällt oder deine Aktien im Minus sind egal! Frage: Verfügst du über die nötigen Kompetenzen, diese stressfreie Anlagestrategie zu verfolgen?



Zum Value-Investing haben wir auch eine passende Buchrezension: "Intelligent Investieren" (seiteninterner Link)