Aktien für Anfänger


Indizes

Blue Chips, Nebenwerte, Schwellenländer und Branchen ETFs

Inhalt

  • Small-, Mid- und Large-Caps was soll das sein?
  • Ein wichtiges Thema, nicht nur für ETF-Jünger: "Klumpenrisiko"
  • Die wichtigsten Indizes aus den Vereinigten Staaten. USA! USA! USA!
  • Schwellland-ETFs die Suche nach Wachstum in Entwicklungsländern.
  • "MSCI World" und "MSCI Emerging Markets": Globale Diversifikation!
  • Antizyklische und zyklische Branchen lohnt sich der Kauf von Branchen-ETFs?
  • Zusatzlink: Ergänzende Infos zur "Asset Allocation" und dem Begriff "Frontier-Märkte"

Wir sind auf der Suche nach Wachstum, Wachstum, Wachstum!

Indizes

Schauen wir mal auf Teds Einkaufsliste:

"Blue Chips, Nebenwerte und Schwellenländer ETFs." Gut, das bekommen wir hin.

 

Unten rechts in der Ecke der Einkaufsliste hat Ted noch eine Karikatur von Toro gezeichnet. Meine Güte, was hat sich der Bär dabei gedacht.

 

Wir geben dir Recht! So ein Geschmier hat nichts auf einer Finanzseite zu suchen. Glücklicherweise hat Toro die Zeichnung bis jetzt übersehen.

 

Lasst uns schnell weitermachen und dem Bullen die ETF-Welt erklären, unberücksichtigt dieser Schmiererei!


Blue Chips

Unter "Blue Chips" versteht man die größten, börsennotierten Unternehmen. Hierzulande sind diese im Deutschen Aktienindex, dem DAX, zusammengefasst: Adidas, Bayer, BMW, Henkel, Daimler, Deutsche Post, BASF etc. Insgesamt kommen wir für den DAX auf 30 Unternehmen.

 

Wer gerne Poker spielt, liegt hier mit der Vermutung ganz richtig: Der Name ist auf die blauen Jetons bzw. Pokerchips zurückzuführen. Diese haben ebenfalls den höchsten Wert.

 

Du darfst übrigens in Deutschland ganz spießig "Standardwerte" sagen. Des Weiteren kann dir auch mal der Begriff "Large Caps" begegnen:

 

Blue Chips = Standardwerte = Large Caps!

 

Ergänzung: Ein Index wie der DAX ist nicht für alle Ewigkeit fix und starr. Damit meinen wir, dass gelegentlich ein faules Blümchen aussortiert und durch eine neues, prall-leuchtendes, ersetzt werden kann.


Beispiele für Standardwerte-Indizes:

Blue Chips

Du hast ja bereits gelernt, dass sich ein ETF bzw. Exchange Traded Fund (börsengehandelter Fonds) immer auf einen Index bezieht. Hier ein paar Indizes:

 

DAX deutsche Blue Chips (30 Aktiengesellschaften, z.B. Adidas, BMW, Bayer, BASF etc.)

 

EURO STOXX 50 europäische Standardwerte (50 AGs, z.B. Danone, L´Oréal, Nokia, Adidas, BMW, Bayer etc.)

 

Dow Jones Global Titans 50 globale Large Caps (50 AGs, z.B. Apple, Google, Coca Cola, Nestlé etc.)

 

Du könntest jetzt jeweils einen ETF auf diese Indizes besparen oder dir direkt einen größeren Anteilsbatzen kaufen. Dir würde jedoch auffallen, dass sehr viele DAX-Unternehmen auch im EURO STOXX 50 eingebettet sind. Hättest du jetzt auf beide Indizes einen ETF, so würden diese annähernd gleich laufen. Man spricht hier auch von einem Klumpenrisiko.


Klumpenrisiko

Klumpenrisiko

Dieses sogenannte Klumpenrisiko ist einfach zu verstehen: Dein Ziel ist es, deine Investitionen mithilfe von ETFs breit zu streuen bzw. deine Risiken zu verteilen. Es macht doch keinen Sinn, Adidas, BASF, BAYER, BMW etc. in zwei Indizes zu besparen.

 

Deutschland hat viele starke DAX-Unternehmen, die zu den größten europäischen Werten zählen. Dementsprechend sind sie auch im Euro STOXX 50 vertreten. Läuft z.B. Adidas im DAX schlecht, so läuft es logischerweise auch im Euro STOXX 50 schlecht. Beide Indizes werden vom Kursverlauf leicht negativ beeinflusst.

 

Noch ein weiteres Wissensbeispiel am Rande: Deine Firma bietet dir eine Mitarbeiterbeteiligung über Aktien an. Aus Liebe und Identifikation zur Firma wirst du nun unreflektiert zum Investor, ohne dich mit Aktienanlagen auszukennen (sonst würdest du das vielleicht nicht tun).

 

Wenn es nun der Firma schlecht geht, gehts auch dir allerdings im doppelten Sinne verdammt schlecht: Du fürchtest um deinen Arbeitsplatz UND um deine Vermögenswerte, sprich die Aktien = (hier umgangssprachlich) Klumpenrisiko, und ein ziemlich dickes obendrauf. Die Risiken sind nicht mehr verteilt, sondern pappen im Klumpen zusammen.

 

Natürlich kann eine Mitarbeiterbeteiligung vorausgesetzt du bist diversifiziert auch Vorteile besitzen: Du kennst deine Firma und die Branche, zudem wirst du diese Aktien um einiges günstiger bekommen.


"USA first! That´s the truth!" Die bekanntesten amerikanischen Indizes:

MSCI World

Dow Jones Industrial Average 30 Blue Chips aus den Vereinigten Staaten (Goldman Sachs, Apple, McDonalds, Johnson & Johnson etc.)

 

Standard & Poor´s 500 Der S&P 500 umfasst 500 der größten, börsennotierten Unternehmen der Vereinigten Staaten (Apple, Microsoft, Amazon, Berkshire Hathaway, Facebook, Exxon Mobil etc.)

 

Diese beiden Indizes gehören wohl zu den bekanntesten. Coca Cola, McDonalds, Procter & Gamble, Apple, Microsoft, Johnson & Johnson, Facebook etc. Wir müssen nicht erklären, warum insbesondere nordamerikanische Aktien eine recht sinnvolle Investmentergänzung darstellen können. Sehr gut investierst du hier mithilfe von ETFs. "USA USA USA!"


Nebenwerte

Bei den Nebenwerten handelt es sich um sogenannte Mid- und Small-Caps. Das sind kleinere und mittlere Unternehmen.


Beispiele für Nebenwerte-Indizes:

Nebenwerte Indizes

MDAX deutsche Mid-Caps (50 Ags, z.B. Airbus, Fielmann, Hugo Boss, Osram, Zalando etc.)

 

SDAX deutsche Small-Caps (50 AGs, z.B. BVB, Puma, Rocket Internet, Sixt, Scout24 etc.)

 

TecDAX deutsche Technologiewerte (30 AGs, z.B. Freenet, Carl Zeiss Meditec, Nordex, Xing etc.)

 

MSCI World Small Cap globale Small-Caps entwickelter Länder (4.295 AGs, z.B. Zions Bancorp etc.)

 

Russel 2000 Small-Caps aus den USA (2000 Ags, z.B. Advanced Micro Devices Inc.)

 

Auch in diesen Indizes sind wahrscheinlich viele Unternehmen vertreten, die du bereits kennst. Historisch bzw. rückwirkend betrachtet macht es durchaus Sinn, auch in Nebenwerte zu investieren, deshalb hat Ted diesen Hinweis auf seine Einkaufsliste geschrieben. Small- und Mid-Caps haben unter renditerelevanten Aspekten noch mehr Wachstumspotential als die Größten der Großen, gleichzeitig aber auch das höhere Risiko von Kursschwankungen.

 

Die Standardwerte wiederum verfügen in der Regel über höhere Finanzreserven, sind global aufgestellt und haben eine extrem starke Marktposition. Somit sind sie für Krisenzeiten oft besser gerüstet. Natürlich kann ein Nebenwert auch zum Standardwert wachsen. Oder: Aus einem kleinen Pflänzchen wird mit der Zeit eine stattliche Sonnenblume (für Toro, denn wir haben ihm die Blumenmetaphorik versprochen, falls du dich erinnerst).


Schwellenländer

Was waren noch mal "Schwellenländer" (engl. "Emerging Markets")? Ganz simpel: Entwicklungsländer, die allerdings im industriellen Sinn wesentlich besser aufgestellt sind, als der Begriff "Entwicklungsländer" zulassen würde.

 

Die wirtschaftlichen Strukturen sind besser, es herrscht eine schnell wachsende Industrialisierung (du merkst: Wir sind stetig auf der Suche nach Wachstum). Hierzu gehören beispielsweise Mexiko, Brasilien, Peru, Südkorea, Thailand und selbst China wird bei Schwellenland-ETFs noch aufgelistet. Natürlich sind die meisten solcher Länder bei Weitem noch nicht so gefestigt, wie wir es hier gewohnt sind.

 

Für einige Investoren sind die Schwellenländer bereits uninteressanter geworden, sie setzen auf Frontier Märkte (Grenzmärkte), wie unter anderem Sri Lanka etc.


Beispiel für einen Schwellenland-Index:

Schwellenländer Indizes

MSCI Emerging Markets globale Schwellenländer (ca. 830-840 AGs, z.B. Samsung Electronics etc.)

 

Viele Anleger sehen bei den Indizes auf Schwellenländer nicht mehr so viel Wachstumspotential, wie unser kleiner Windelted noch vor sich hat.

 

Manch ETF-Investor interessiert sich eher für die sogenannten "Frontier-Märkte".


Der MSCI-World-Index

MSCI World

Es gibt übrigens einen großen, sehr bekannten und weltweit diversifizierten (breit gestreuten) Index den MSCI World. Hier könntest du über einen einzigen ETF an der Entwicklung von über 1.630 Aktien aus 23 Ländern teilhaben, Small-Caps sind nicht integriert. Das Wort "Diversifikation" wird dir noch öfters begegnen. Damit ist lediglich gemeint (wir wiederholen), dass du deine Risiken über viele verschiedene Aktien verteilst.

 

Die USA sind sehr übergewichtet mit knapp 60%, allerdings stecken unter anderem auch Australien, Deutschland, Belgien, Großbritannien, Japan, Schweden, Schweiz, Norwegen etc. in diesem Index.

 

Apple, Microsoft, Exxon Mobil, Amazon, Facebook, Total und viele andere Unternehmen sind hier aufgelistet bzw. im Index vertreten.

 

Als gute Anfängerkombi wird dir oft dazu geraten, je einen ETF auf den "MSCI World" und auf den "MSCI-World Emerging Markets" Index zu kaufen. Zack, zwei ETFs = sehr anfängerfreundlich.

 

Allerdings gibt es auch einen Index, der beide Varianten in sich vereint: Der MSCI All Countries World. Hier sind die Emerging Markets jedoch nur mit ca. 10% vertreten.


Branchen-ETFs

ETFs können sich auch nur auf bestimmte Branchen-Indizes beziehen. Du könntest beispielsweise sagen, dass du zusätzlich einen ETF auf Pharmazieunternehmen besitzen möchtest. In diesem Fall müsstest du nach ETFs suchen, die ausschließlich in Aktiengesellschaften des Gesundheitswesens investieren. Es gibt folgende, übergeordnete Branchen:

  • Energie (Öl, Gas, Kohle etc.)
  • Telekommunikation (logisch, oder?)
  • Versorger (Strom, Wasseraufbereitung etc.)
  • Finanzdienstleistungen (Banken etc.)
  • Nicht-Basis-Konsumgüter (entbehrliche Konsumgüter wie Medien, Unterhaltung, Haushaltsgeräte etc.)
  • Basiskonsumgüter (unentbehrliche Konsumgüter wie Lebensmittel, Pharmazie, Körperpflege etc.)
  • Industrie (Autos, Chemie etc.)
  • Grundstoffe (Gold, Silber, Kupfer, Eisenerz etc.)
  • Technologie (Computer, Smartphones, IT, Robotik etc.)

Schön weich oder hart (am Ohr)?

Branchen ETFs

Es gibt natürlich Gründe, sich zusätzlich für einen Branchen-ETF zu entscheiden: Man erhofft sich eine höhere Rendite und glaubt, dass sich ein bestimmter Sektor, auch in Abhängigkeit vom Konjunkturzyklus, besser entwickeln wird als der Rest.

 

Hierbei gilt es zwischen zyklischen und antizyklischen Branchen zu unterscheiden. Läufts wirtschaftlich super, so würde unter anderem ein Industrie-ETF auf die Top-Autowerte gut abschneiden. Die Menschen können und wollen sich dicke Karren leisten. Dieser Trend schwächt logischerweise ab, wenns Mal nicht so gut läuft.

 

Antizyklische Branchen bieten in der Regel Produkte und Dienstleistungen an, die immer nachgefragt werden. Pharmazie und Basiskonsumgüter (Nahrung/Wasser/Körperpflegeprodukte/Waschmittel etc.) benötigen die Menschen regelmäßig, und das losgelöst vom Konjunkturzyklus. Wenn du selbst mal weniger Kohle zur Verfügung haben solltest, dann überlegst du dir auch, ob das Smartphone für 700 Euro ein Muss ist. Weiches Toilettenpapier wirst du dir immer besorgen hoffen wir!

 

Als absoluter ETF-Anfänger musst du dir allerdings um Branchen-ETFs keine großen Gedanken machen, zumindest ist das unsere Meinung. Je mehr ETFs du dir zulegst, desto mehr hast du auch zu tun (Rebalancing, Überprüfung der laufenden Gebühren usw.).


Zusatzinfos

Was bedeutet "Asset Allocation" (Anlagenaufteilung). Was bedeutet "Frontier-Märkte"? Möchtest du ein paar Infos?


ausschüttend thesaurierend

Thesaurierende und ausschüttende ETFs

 

Du hast die Wahl, ob du mindestens einmal im Jahr Kohle aufs Konto überwiesen bekommst oder eben nicht. Was das Ganze mit diesem neuen Gesicht auf dem Button und ETFs zu tun hat, erfährst du hier. Du musst dir immer die Frage stellen, was du mit der Kohle anfängst, die an dich ausgeschüttet wird.



Bock auf ein Aktienboss-T-Shirt von Ted & Toro?