Aktien für Anfänger


Ordertypen

Inhalt

  • Dir stehen verschiedene Orderzusätze beim Kauf und Verkauf von Aktien oder Fondsanteilen zur Verfügung.
  • Limit-Orders fixieren einen maximalen Kauf- oder minimalen Verkaufspreis.
  • Beim Stop-Buy kaufst du erst bei steigenden Preisen. Kommt der Kurs ins Rollen, so wird diese Order ausgelöst.
  • Stop Loss-Orders lösen eine Verkaufsorder aus, sobald der Aktienkurs auf das selbsterwählte Niveau zurückfällt.
  • Die Trailing Stop-Variante zieht den Stop Loss bei steigenden Kursen automatisch mit hoch.
  • Orders können über lange Zeiträume angelegt, allerdings bei Kapitalmaßnahmen von der Börse gestrichen werden.

"Freundchen, du musst noch ein bisschen mehr drauflegen, um bei uns einsteigen zu können!"

Börse Order

Am besten setzt du einfach deine Kauforder auf "billigst" und schon hast du keinen Stress mehr mit Toro. Aus dem Begriff geht ja schon hervor, dass du eine sehr billige Aktie erhältst - oder nicht?

 

Wenn du Aktien kaufen und/oder verkaufen möchtest, so kannst du das unter Berücksichtigung vieler Orderzusätze tun.


Käuferseite

Börse Order

Die Börse, in diesem Fall Ted, führt Aufträge natürlich nicht altruistisch, sondern auch in ihrem Sinne durch. Es wird nicht zwangsläufig das "sympathischste Käufer- und Verkäuferpaar" zusammengebracht, sondern Ted ist am größtmöglichen Umsatz interessiert.

 

Je nach Orderzusätzen "guckt" die Börse ganz einfach, zu welchem Preis die meisten Verkäufer und Käufer zusammenkommen - zu welchem Preis bzw. Kurs kann sie den größten Umsatz generieren, sprich die meisten Aktien auf einmal vermitteln?!


Billigst - Käufer

Also, du solltest "billigst" nicht mit "billig" übersetzen, besser mit "best-" oder "nächstmöglich". In anderen Worten: Du erteilst eine Kauforder für Aktien zum nächstmöglichen Kurs. Das kann allerdings einen gravierenden Nachteil haben! Gibt es relativ wenige Verkäufer, so mag der Preis für diese Aktie urplötzlich um einiges höher liegen, als das Kursniveau, von dem du ausgegangen bist.

 

Stell dir vor, es gäbe momentan nur einen Verkäufer von zwei Ted & Toro-Aktien. Dieser Verkäufer hat eine limitierte Verkaufsorder aufgegeben die besagt, dass seine Aktien nicht unter 200 Euro pro Stück verkauft werden dürfen, obwohl der Kurs grade bei 100 Euro steht.

 

Du wiederum möchtest zwei Ted & Toro-Aktien kaufen, siehst allerdings nur den Kurs von 100 Euro. Gibst du nun den Orderzusatz "billigst" ein, so bekommst du deine Aktien, allerdings zum Preis des Verkäufers. In diesem Fall hättest du für die beiden Aktien 400 Euro hingeblättert.

 

billigst = nächstmöglicher Kurs bzw. Preis

 

Da keine anderen Verkäufer im Markt waren, gabs nur das eine Angebot und somit auch nur diesen nächstmöglichen Preis.

 

Bei sehr liquiden, extrem häufig gehandelten Aktien, stellt das i.d.R. kein sonderliches Problem dar (wie z.B. die DAX-Papiere).


Limit - Käufer

Eine Limit-Order sagt einfach nur aus, dass du keinen Cent mehr für die Aktien zahlen möchtest, als du eingegeben hast. Steht der Kurs beispielsweise bei 100,50 Euro, so könntest du eine Limit-Order über 99,99 Euro aufgeben.

 

Aus eigener Erfahrung können wir dir allerdings den Ratschlag erteilen, dass man diese nicht zu weit weg vom aktuellen Kursniveau setzen sollte, da dir die Aktienpreise manchmal schneller davonrennen, als du gucken kannst.

 

Vielleicht hast du auch einen für dich akzeptablen Aktienpreis ermittelt, der allerdings noch weit unter dem aktuellen Kursniveau liegt - hier könntest du direkt eine Limit-Order über mehrere Monate eingeben. Sollte dein Kurs erreicht werden, so wird automatisch eine Kauf-Order ausgelöst.

 

Für viele klassische Buy & Hold-Anleger ist es völlig irrelevant, ob sie die Aktien für 100 Euro oder 99,50 Euro bekommen.

 

Die Limit-Order bietet dir aber immer die Sicherheit, dass du nicht überraschenderweise viel höhere Preise bezahlen musst.


Stop Buy - Käufer

Stop Buy

Hier herrscht oft Verwirrung. Das Wort "Stop" bedeutet normalerweise, dass eine bestimmte Handlung beendet werden soll. In unserem Fall bedeutet "Stop Buy" aber das genaue Gegenteil: Es wird gekauft, sobald der Aktienkurs ein über ihm liegendes Niveau erreicht hat.

 

Man möchte sozusagen erst die Aktien erwerben, sobald sie gut ins Rollen gekommen sind, sprich der Kurs gestiegen ist. Meistens nutzen aktivere Trader den "Stop Buy-Zusatz".

 

Im bildhaften Beispiel liegt der Kurs bei ca. 38 Euro, du wiederum hast den Zusatz "Stop Buy" auf 40 Euro gesetzt. Sobald der Aktienkurs die 40 Euro Marke berührt, wird automatisch eine "Billigst-Order" erteilt - du erhältst also deine Aktien zum nächstmöglichen Kurs.


Verkäuferseite

Börse Order

Stehst du auf der Verkäuferseite, so solltest du selbstverständlich auch die Orderzusätze kennen und richtig einsetzen können.


Bestens - Verkäufer

"Bestens" = nächstmöglicher Preis, dieses Mal aber auf der Verkäuferseite. Hier kann es zu den gleichen Problemen kommen, wie zuvor beschrieben ("billigst") - nur das du eben keine Aktien, sondern Kohle erhältst.


Limit - Verkäufer

Du willst Aktien verkaufen, hast aber eine feste Preisvorstellung? Ja dann ist die Limit-Order das Richtige für dich. Beispiel: "Limit 35,50 Euro" besagt aus, dass du deine Aktien keinen Cent billiger verkaufst! Vielleicht erhältst du sogar ein paar Cent mehr.

 

Auch hier gilt, dass du deine Limits nicht weit vom aktuellen Kursniveau positionierst, sonst wirst du sie vielleicht nicht los.

 

Selbstverständlich kannst du auch hier eine Order über mehrere Monate oder sogar ein ganzes Jahr anlegen. Weißt du bereits vorher, dass du deine Aktien mit 50% Gewinn veräußern willst, käme diese Variante für dich in Frage.


Stop Loss - Verkäufer

Stop Loss

Eigentlich willst du deine Aktien gerne noch behalten und an Kurssteigerungen partizipieren. Da du allerdings kein Hellseher bist, kann es durchaus zu starken Kursrutschen kommen, vor denen du dich absichern möchtest.

 

Stop Loss = Fällt der Aktienkurs auf das von dir eingegebene Kursniveau zurück, so werden deine Wertpapiere "bestens" verkauft. Du weißt bereits, was das bedeutet: Gibst du "Stop Loss 25 Euro" ein, so kann es durchaus vorkommen, dass du die Aktien erst für 24,50 loswirst - "bestens" halt!

 

Was wir von sogenannten Stop-Loss-Marken halten, natürlich unter Berücksichtigung einer langfristig orientierten Aktienanlage, kannst du hier nachlesen: "Bearfist in Bullface"


Trailing Stop - Verkäufer

Trailing Stop

Möchtest du dich vor Kursverlusten schützen, so kannst du den Stop-Loss bei weiterhin steigenden Aktienkursen manuell nachziehen oder dich für die Trailing-Stop-Variante entscheiden.

 

Du gibst beispielsweise an, dass dein Stop Loss 10% unter dem aktuellen Kursniveau liegen soll. Steigen die Kurse weiter, so zieht der Trailing Stop automatisch mit nach oben, die 10% bleiben beibehalten. Sinken die Kurse, so bleibt der Trailing Stop stehen, sodass sich der prozentuale Abstand verringert, bis letztendlich dein Stop Loss-Niveau erreicht ist.

 

Steigen die Kurse jedoch vorher wieder, so wartet der Trailing Stop, bis die 10% erneut erreicht sind und fängt dann wieder an mitzuziehen.


Orderstreichungen

Du kannst jede Order mit einer Gültigkeit bis zu einem Jahr eingeben, das ist die Regel. Manchmal kommt es jedoch vor, dass die Börsen deine Orders streichen bzw. löschen. Viele Anleger wundern sich dann später, dass ihre Aktien nicht bereits verkauft oder gekauft wurden.

 

Orderstreichungen seitens der Börsen haben ihren guten Grund: Kommt es zu Kapitalmaßnahmen von den Aktiengesellschaften, wie beispielsweise Dividendenzahlungen, so werden die Orders gelöscht, da es sich um kursbeeinflussende Aktionen handelt. Die Anleger müssen die Chance bekommen, ihre ursprünglichen Investmentideen neu zu überdenken, da sich ja auch der Kurs geändert hat.

 

Genau aus diesem Grund, solltest du deine Orders, die längerfristig angelegt sind, trotzdem in regelmäßigen Abständen überprüfen. Noch besser ist es selbstverständlich, wenn du dir über die Nachrichtenlage deiner auserwählten Unternehmen im Klaren bist und einfach weißt, an welchen Tagen es zu bestimmten kapitalbeeinflussenden Aktionen kommen wird.

 

Übrigens: Das Nutzen von Orderzusätzen sollte kostenlos angeboten werden, alles andere wäre nicht zeitgemäß.

 

Es gibt noch weitere Orderzusätze. Die hier vorgestellten sollten allerdings für den angehenden Aktienboss ausreichen. :)


Depoteröffnung für Anfänger

Depoteröffnung

 

Hier bekommst du eine Empfehlung von uns, wo du ein sehr übersichtliches und anfängerfreundliches Depot eröffnen kannst. Wie immer gilt: Alles was wir vorschlagen, besitzen wir auch selbst! :) Eigene Erfahrungen und auch Nachteile bleiben somit nicht unberücksichtigt.



Und da wir grade beim Thema angehender "Aktienboss" sind: Hol dir die entsprechende Klamotte: "Boss-Outfit"