Aktien für Dummies


Bearfist in Bullface!

Inhalt

  • Verlustschutz oder Gewinnbegrenzung Stop-Loss-Marken (automatisierte Verkaufsaufträge beim Kursrutsch).
  • Gründe für das Setzen oder Nicht-Setzen von einem Stop-Loss.
  • Ted erzählt dir, warum "du" diese automatisierten Verkaufsaufträge nutzt.

"Eine herrliche Aussicht. Komm, ich helfe dir."

Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen

Sei Ted nicht böse, er kann nichts dafür er korrigiert nur. Du hast ja mittlerweile gelernt, welche Aufgaben Bären übernehmen müssen. Dazu gehört beispielsweise auch das "Abholen" der Bullen von ganz oben. Da unser pelziger Knuffelfreund kein Unbär ist, hat er wenigstens vorher ein kleines Sicherheitsnetzchen für Toro gespannt.


Gewinne laufen lassen, Verluste begrenzen


Na, diese Börsenweisheit klingt doch logisch und ist auch direkt zu verstehen. Aber wie so oft im Leben, sind die einfach klingenden Sachen manchmal die komplizierteren.

Stop-Loss

Eine Umsetzungsvariante in der Praxis mit "Sicherheitsnetzen" zur Verlustbegrenzung:

 

In der Realität wird kein noch so süßer Bär Netze für dich spannen. Das musst du schon selbst fabrizieren. Du hast bei deiner depotverwaltenden Bank immer die Möglichkeit, automatisierte Aufträge zum Kaufen und Verkaufen anzulegen. So kannst du beispielsweise sagen: "Wenn der Kurs innerhalb der nächsten 6 Monate um 10% fällt, dann verkauf bitte meine Aktien. Noch mehr Bärenhiebe in mein Gesicht vertrage ich nicht."

 

Das bedeutet, dass dieser Auftrag beim entsprechenden Kursrutsch automatisch an die Börse weitergeleitet wird. Somit bist du vor weiteren Kursverlusten geschützt so viel zur Theorie.


Beispiel

 

Du kaufst eine Aktie zu 100 Euro. Bei einem 10%-Stop-Loss (Sicherheitsnetz) würdest du eine automatisierte Verkaufsorder zu 90 Euro anlegen. Steigt der Kurs, passiert nichts. Fällt der Kurs auf oder unter die 90 Euro, werden die Aktien zum bestmöglichen Preis verkauft.

 

Was "bestmöglich" bedeutet und warum du vielleicht nur 85 Euro erhältst, wird dir später in der Rubrik "Ordertypen & Depoteröffnung" erklärt.


Fragen zu Stop-Loss-Marken

Wenn du mit diesen "Sicherheitsnetzchen" arbeiten willst, auch "Stop-Loss-Marken" genannt, dann solltest du dir folgende Fragen vorher stellen:

 

1. "Will ich diese Aktie/Fondsanteile für die Ewigkeit kaufen oder nur zum Zocken?"

 

2. "Ist mir bewusst, dass andere ein Interesse daran haben könnten, dass ich solche Aufträge erteile?"

 

3. "Weiß ich überhaupt noch, warum ich diese Aktie oder Fondsanteile gekauft habe?!?!?!"


So, dann wollen wir mal auf die einzelnen Fragen eingehen:

 

1. "Will ich diese Aktie für die Ewigkeit kaufen oder nur Zocken?"

 

Sollte dein späteres Ziel der aktive Handel mit Aktien oder sonstigen Produkten sein (ganz oft kaufen und verkaufen, sprich "das Wetten"), so sind Sicherheitsnetze bzw. Stop-Loss-Marken ein Muss. Neben emotionaler Kühle im Fall von Verlusten musst du dir ein ausgeklügeltes "Risk & Money Management System" aneignen (bei wieviel Prozent Verlust oder Gewinn steige ich aus, wieviel Prozent meines Gesamtkapitals nutze ich für die Wette etc.). Leider werden wir das auf unserer Anfängerseite nicht zum Thema machen.

 

Stop-Loss: Verlustschutz oder Gewinnbegrenzung?

 

Langfristig orientierte Investoren bezeichnen Stop-Loss-Marken auch gerne als "Gewinnbegrenzung" und eben nicht als "Schutz vor Verlusten". Das liegt ganz einfach an folgenden Punkten:

 

a) Du hast nun Verluste gemacht. Deine Aktien wurden zu einem geringeren Preis verkauft, als du selbst für sie gezahlt hast.

 

b) Kurse erholen sich des Öfteren sehr rasch von Kurseinbrüchen und rennen dir davon du besitzt aber keine Aktien mehr.

 

Übrigens: Manch windiger Bank"berater" verkauft sicherheitsorientierten Anlegern Fondsanteile, bei denen die Aktien automatisch bei einem z.B. 10, 15 oder 20%igen Kursrutsch automatisch verkauft werden = lass die Finger davon! Die einzigen Personen die hier Nutznießer sind, gehören zum Fondsmanagement (und der Bank), da du unötig viel Gebühren für solche Investmentspielereien zahlst. Lies lieber unsere ETF-Reihe und die Börsenweisheiten.


Hin und Her macht Taschen leer


Hin und Her macht Taschen leer

2. "Ist mir bewusst, dass andere ein Interesse daran haben könnten, dass ich solche Aufträge erteile?"

 

Es geht um Gebühren!

 

a) Aktie kaufen = KAUFGEBÜHREN

 

b) "Oh, Mist, Kursrutsch ins Sicherheitsnetzchen" = VERKAUFSGEBÜHREN

 

c) "Es geht wieder bergauf, ich kaufe erneut" = KAUFGEBÜHREN

 

d) *heul*.. "Die Börse ist böse und läuft immer gegen mich!" = VERKAUFSGEBÜHREN etc.

 

Viel besser finden wir den klassischen "Buy & Hold-Ansatz" mit Qualitätsaktien. Hierzu erfährst du später mehr in der Aktienboss-Rubrik. Wir entscheiden uns viel lieber für Aktien, die wir noch in Jahrzehnten halten wollen, ohne stetiges Kaufen & Verkaufen von neuen Titeln, aber das ist ja nur unsere Meinung. Kursschwankungen gehören einfach dazu wir wollen nicht jedes Mal unsere Aktien loswerden.


3. "Weiß ich überhaupt noch, warum ich diese Aktie gekauft habe?!?!?!"

 

Ja, diese Frage stellen sich mehr Leute, als du glaubst! Ted behauptet immer großkotzig, den klassischen Stop-Loss-Sicherheitsnetz-Aktivisten zu kennen.

 

Ted sagt: "Du setzt Stop-Loss-Marken, weil du.....:

Stop Loss

a) ... bewusst kein langfristiger Investor bist und ´ne tolle Strategie hast. Gönn dir.

 

b) ... gar nicht genau weißt, was du tust! Oder was dein Banker tut! Oder deine Frau! Oder deine Kinder!

 

c) ... mittlerweile weißt, dass du gar nicht genau weißt, was du tust!

 

d) ... an den baldigen Zusammenbruch des Finanzsystems glaubst, aber trotzdem aus geiler Gier Aktien kaufst!

 

e) ... andauernd an Verlust denkst und sich direkt dicke Tränchen in deinen rehgleichen Kulleräuglein ansammeln!

 

f) ...  die anderen Schafe nur von hinten kennst, aber nicht ihre Gesichter! Du bist ein Omegatier!

 

g) ... an Größenwahn leidest und mit süffisantem Lächeln raushaust: `Wer ist schon Warren Buffett?!?´

 

h) ... durch solche Aussagen aggressiv wirst = du bist ein Finanzhorn!"

 

Ted: "Heul doch!"

 

Falls dich Ted nun verletzt hat, kannst du dich mit dicken Nasentropfen im Fell unseres pelzigen Puffels ausheulen, Toro wartet dort auf dich.

Stop Loss

Warren Buffett

Warren Buffett

Auch hier muss dieser Name auftauchen, wie auf jeder ordentlichen Finanzwebsite. Herr Buffett ist einer der bekanntesten Value-Investoren. Er selbst bietet mit seinem Unternehmen die teuerste Aktie der Welt an (Berkshire Hathaway Inc. A – 236.164,64 Euro am 11.10.17).

 

Bei folgender Aussage müssen wir ihm Recht geben: "Es gibt nichts Dümmeres, als eine Aktie zu kaufen, weil sie steigt und zu verkaufen, weil sie fällt." Wir denken, dass wir die hier thematisierte Börsenweisheit zur Genüge beschrieben haben, um diese Aussage nachvollziehen zu können (auch unter Berücksichtigung vorangegangener Weisheiten). Durch einen Stop-Loss realisierst du erst Verluste, behalte das im Hinterkopf.

 

Diese Aussage ist allerdings nicht so zu übersetzen: "Ted & Toro haben gesagt, dass Stop-Loss-Marken immer schlecht sind." Das hängt von deiner Strategie und den damit verbundenen Wertpapieren ab.

 

Exkurs. Möchtest du ein paar weitere Ratschläge von Buffet? Gibts hier: Zitate


Zum Schluss:

 

Das Wichtigste ist, dass du dir vor dem Kauf einer Aktie darüber bewusst wirst, welches Ziel du verfolgst und was du tust, wenn der Kurs in den Keller rauscht oder extrem nach oben läuft. Lege vorher zumindest gedanklich deine Strategie fest: "Ab wann verkaufe ich die Aktie, um Gewinne mitzunehmen oder Verluste zu begrenzen?"

 

Oder: "Ich habe das Unternehmen für ein langfristiges Investment analysiert und werde es halten, selbst wenn der Kurs mal fällt." (Die Gründe dafür solltest du aber trotzdem kennen.)


Spekulieren Investieren

Opa Teds Erziehungsschellen!

 

War klar, es geht mal wieder um Aggressionen! Die hier thematisierte Erziehungsschelle hat allerdings was mit Liebe und dem Schutz vor kurzfristigen Spekulationen zu tun. Und ein paar Rechenbeispiele bis zur Rente gibt es auch noch obendrauf! Viel Spaß!



Eins sehr einsteigerfreundliches Börsenbuch mit einem breiten Rundumblick: "Aktien für Dummies" (seiteninterner Link)