Aktien für Dummies


Was sind Aktien und Börsen?

Inhalt

  • Was sind überhaupt Aktien und warum werden diese von Unternehmen emittiert (herausgegeben)?
  • Was ist ein Aktiendepot?
  • Dividendenzahlungen oder keine Dividendenzahlungen?
  • Börsenplätze, ihre Funktion und Überwachung durch die Börsenaufsichten.
  • "Börsenguru" Kostolany kommt zu Wort: "Was ist die Börse?"
  • Was ist der Sekundärmarkt, was ist der Primärmarkt? (+ Börsenplätze)
  • Der außerbörsliche Handel von Wertpapieren.
  • Zusatzlink: Dividendenzahlungen? Hauptversammlungen? Was soll das sein?

"Hey Baby, ich mach in Aktien!"

Die Aussage Toros von der Startseite "Hey Baby, ich mach in Aktien" könntest du noch großkotziger formulieren: "Baby, ich bin Miteigentümer von Daimler, Coca Cola, Adidas und der Deutschen Bank".


Aktien

Die weltweit beliebte "Ted & Toro Aktienboss-Aktie"

Aktie

Wenn du Aktien bzw. Wertpapiere erwirbst, so erwirbst du einen Anteil am Eigentum einer Aktiengesellschaft. Es ist natürlich reichlich übertrieben, wenn du nun mit dicken roten Backen all deine Freunde zum weiteren Trinken von Cola animierst, da du eine Aktie des Unternehmens besitzt.

 

Leider erhältst du heute keine wundschöne Ted & Toro Aktie mehr, so wie wir sie oben abgebildet haben. Diese Zeiten sind vorbei alles wird digital abgewickelt. Früher sahen Aktien tatsächlich noch so klasse aus, da sie auch am Bankschalter liegend u.a. für sich werben wollten. Googel mal "historische Aktien", du wirst wahre Kunstwerke entdecken!

 

Es gibt verschiedene Varianten von Aktien: Stammaktien, Vorzugsaktien, Inhaberaktien, Namensaktien etc. Wir empfehlen dir, dieses nach Lust & Laune in unserem Börsenlexikon, unter dem Stichwort "Aktie", nachzuschlagen.


Warum gibt es Aktien?

Aktien dienen den Unternehmen zur Kapitalbeschaffung. Sie brauchen Kohle und wollen ihre Investitionen (oder sonst was) nicht nur über Bankkredite finanzieren. Simpel zusammengefasst: Die Bank will ihre Kröten immer sehen, unabhängig davon, ob es mal unternehmerisch klasse oder eher mittelmäßig läuft die vereinbarten Zinszahlungen gehen über den Tresen, so oder so. Kredite gehören zum Fremdkapital des Unternehmens, Aktien hingegen zum Eigenkapital.

 

Zudem wird die Inhaberschaft der Aktiengesellschaft verteilt, was auch die Risiken des Unternehmens verringert.

 

Als Aktionär bist du Miteigentümer und hast einen Anspruch auf einen Anteil des Gewinns der Aktiengesellschaft. Zudem trägst du über Aktien auch das "unternehmerische Risiko". Erwirtschaftet das Unternehmen keine Gewinne, so hast du auch logischerweise keinen Anspruch auf irgendwelche Zahlungen. Hinzu kommen sinkende Aktienkurse, sodass deine Wertpapiere (evtl. nur vorübergehend) weniger wert sind, als du selbst dafür hinblättern musstest.


Börse

"So Jungs, Deal!"

Börsenmakler

Ted spielt hier den Vermittler bzw. die Börse. In diesem Fall völliger Quatsch, da sich der Dachs und Toro bereits am Mittagstisch (ohne den Pelzigen) über den Verkauf der Ted & Toro® Aktie geeinigt hatten. Solange jedoch alle drei glücklich sind und das Gefühl einer Win-Win-Situation haben, müssen wir uns keine Sorgen machen!


Was ist eine Börse?

Wenn du Aktien oder Fondsanteile kaufen möchtest, so musst du glücklicherweise keine Anfrage im Ebay-Kleinanzeigenmarkt stellen.

 

Die Geschäfte zwischen Käufern und Verkäufern von Aktien werden eben nicht direkt zwischen den beiden Parteien vollzogen, sondern über Vermittler wie Makler und Banken. Das bedeutet, dass du deine Kauf- und Verkaufsaufträge z.B. deiner Bank mitteilst, diese wiederum leitet die Informationen umgehend an die (Aktien-)Börse weiter.

 

Der Preis einer Aktie wird also an der Börse ermittelt und ergibt sich aus Angebot und Nachfrage. An sich läuft das nach einem dir bekannten Prinzip: Gehst du zum Gebrauchtwagenhändler oder nur auf den Wochenmarkt, so werden auch hier die Preise über Angebot und Nachfrage bestimmt. Natürlich gibts einen Unterschied: Mit einer guten Argumentation und Sympathiebonus kannst du die Preise beim Gemüsebauern oder Gebrauchtwagenverkäufer drücken an der Börse funktioniert das (glücklicherweise) nicht.

 

Ihr ist es egal, ob du Mister Universum, Quasimodo oder Heidi Klums Supermodel bist. Ihr ist auch dein Intelligenzquotient oder ob du momentan 3 Promille intus hast egal. Das bedeutet, wenn du Aktien eines insolventen, hawaiianischen Kutterunternehmens kaufen möchtest, dann bekommst du sie auch, solange die Wertpapiere noch an der Börse handelbar sind und Verkaufsangebote existieren.


Zurück zu "Kosto":

André Kostolany

André Kostolany mochte es überhaupt nicht, als "Börsenguru" bezeichnet zu werden, da er sich stets weigerte, die Zukunft vorherzusagen (eben wie ein Guru). Auch aus diesem Grund verehren den "Meister des Aktiengeschäfts" bis heute Millionen von Anlegern. Wer sich mit dem sympathischen "Kosto" beschäftigt, kann nachvollziehen, warum. Doch was ist die Börse laut André Kostolany?

  • Die Börse ist das Nervenzentrum bzw. der Motor des kapitalistischen Wirtschaftssystems.
  • Die Spekulation ist der Treibstoff. Ohne Spekulationen wären die großen revolutionären Industrien wie Eisenbahn, Automobil, Computer und Internet nie zustande gekommen.
  • Die Hoffnung auf Kursgewinne veranlassen die Sparer, ihr Geld in Unternehmensaktien zu stecken, sodass die Aktiengesellschaften wachsen können.
  • Diese Gelder werden dank der Börse durch die verschiedenen Investitionsmöglichkeiten in der Wirtschaft verteilt.

"Mit einem Wort, die Börse ist ein Instrument, Investitionen einzufrieren und jederzeit wieder aufzutauen, wenn der Anleger sein Kapital wieder benötigt."

 

Dabei umschreibt Kostolany den Begriff der "Spekulation" als durchdachte und intellektuelle Handlung an der Börse. Er verachtete die ganzen "Spieler", oft auch als "Dummköpfe" von ihm bezeichnet, die z.B. kurzweiligen Nachrichten der Finanzpresse hinterherrannten.


Überwachung der Börsen

Börsenaufsicht

Am Rande sollte noch erwähnt werden, dass Aktien heute eben keine wie oben dargestellt Kunstdrucke mehr sind, die man haptisch erfahren, sprich in der Hand halten kann.

 

Auch aus diesem Grund wird die Börse überwacht und unterliegt bestimmten Regularien, die für Transparenz und geregelte Abläufe sorgen.

 

Hierfür sind die Börsenaufsichten der einzelnen Bundesländer zuständig, die beispielsweise die Preisbildungsprozesse und den allgemein ordnungsgemäßen Handel nach dem Börsengesetz (BörsG) überwachen.


"Bekommen die Unternehmen direkt meine Kohle, wenn ich eine Aktie kaufe?" Nö!

Sekundärmarkt

Deine Aktie wurde wahrscheinlich bereits mehrmals (wie eine Münze in deiner Geldbörse) hin und her gereicht.

 

Man spricht hier vom "Sekundärmarkt". Bereits herausgegebene (emittierte) Aktien werden zwischen den Marktteilnehmern gehandelt. Hörst du irgendwann mal etwas vom "Zirkulationsmarkt", so ist das gleiche Prinzip gemeint: Die Aktien zirkulieren, sie befinden sich im Umlauf.

 

Wenn es einen Sekundär- bzw. Zweitmarkt gibt, dann muss es auch einen ....... na? Richtig! Es muss auch einen Primärmarkt geben. Für beide Varianten sind die Börsen zuständig.


Primärmarkt

Börse

Du kannst als Anleger auch ganz junge, frische und völlig unverbrauchte Aktien erwerben.

 

Wenn du Aktien "zeichnen" möchtest, dann ist damit nicht gemeint, dass du ebenfalls so eine wunderschöne Ted & Toro Aktie mit Bleistift zu Papier bringst! Du "zeichnest" Aktien, wenn du als Anleger das erste Mal eine frisch herausgegebene Aktie an der Börse erwirbst. Kein anderer Investor oder Spekulant kam vorher in diesen Genuss mit deinem (virtuellen) Papier.

 

Alte Aktiengesellschaften können weitere und neue Wertpapiere herausgeben oder ein neues Unternehmen wagt den Gang an die Börse, kurz "IPO" (Initial-Public-Offering) genannt. Das aktuellste Beispiel (Stand: März 2017) für einen neuen Börsengang ist Snap.Inc (Snapchat). Hier hättest du bereits vor dem Handel am Sekundärmarkt Aktien auf dem Primärmarkt zeichnen können.


Börsenplätze

Bildquelle: Comdirect

Börsenplätze

Natürlich gibt es nicht nur die bekannte Frankfurter Wertpapierbörse (Xetra + Börse Frankfurt), sondern weitere und miteinander konkurrierende Börsenplätze: Berlin, Stuttgart, Hamburg, Düsseldorf und München sind einige nennenswerte Börsenstandorte. Hier sehen wir übrigens die Kurse bzw. Preise einer Adidas-Aktie (13.03.2017).

 

Über deine z.B. Online-Bank wählst du selber aus, an welcher dieser Börsen du handeln möchtest. Du solltest allerdings die unterschiedlichen Gebühren, Öffnungszeiten, Spreads (Differenz zwischen Verkaufs- und Kaufpreis) und Handelsvolumen deiner Wunschaktien berücksichtigen.

 

Das dargestellte "Volumen" gibt die Anzahl der an der jeweiligen Börse gehandelten Aktien oder das bisher gehandelte Euro-Volumen an. Unser Beispiel zeigt das Volumen der bisher gehandelten Geldmenge an. Je höher dieses Volumen, desto mehr Kurse wurden berechnet. Logisch, da Angebot und Nachfrage wesentlich höher waren.

 

Auf welche Punkte sich die einzelnen Börsen im Detail spezialisiert haben, kannst du den entsprechenden Homepages entnehmen.

 

Hinzu kommt das rein elektronische Börsenhandelssystem "Xetra" der Frankfurter Wertpapierbörse. Der Handel über dieses elektronische System ist i.d.R. günstiger als der sogenannte "Parketthandel". Das traditionelle Handeln findet auf dem Parkett statt. Die Börsenhändler sind zu bestimmten Zeitpunkten auf dem Börsenparkett anzutreffen, um aktiven Handel zu betreiben. Man spricht auch von "Präsenzbörsen". Xetra ist eben keine Präsenzbörse.


Außerbörslicher Handel

Außerbörslicher Handel mit Aktien

Ergänzend besteht die Möglichkeit, seine Wertpapiergeschäfte direkt mit einer Bank oder einem Unternehmen zu tätigen, ohne den Umweg über die Börse zu gehen. Der außerbörsliche Handel ist oft günstiger, da man Börsengebühren einspart, allerdings bewegst du dich hier im unregulierten Bereich, sodass manch Anleger eine intransparente Preisfindung kritisiert. Neben Aktien werden hier auch Produkte gehandelt, die nicht an den Börsen zugelassen sind.

 

Der außerbörsliche Handel wird auch als OTC- (Over The Counter - "über den Tresen") oder Direkthandel bezeichnet. Alleine hierüber könnte man ganze Lektionen verfassen, worauf wir an dieser Stelle verzichten möchten. 

 

Konzentriere dich am Anfang auf die regulierten Börsen, die überwacht werden. Wenn du irgendwann detailliert weißt, was du tust und über ausreichend Sachverstand verfügst, kannst du genauso gut außerbörslich handeln. An sich kann dir das völlig egal sein du kaufst und verkaufst dort, wo es am günstigsten für dich ist. Punkt.


Zusatzinfos

Was ist eine Hauptversammlung? Was genau waren noch mal Dividendenzahlungen? Lust auf kurze Antworten?


Börse

Was ist ein Aktiendepot?

 

Möchtest du stolzer Aktienbesitzer werden, so benötigst du ein Aktien- bzw. Wertpapierdepot. Dieses dient als Lager- und Sammelstelle für all deine Wertpapiere und Fondsanteile. Worauf es bei der Auswahl eines guten Depots ankommt, wird ebenfalls kurz und knapp thematisiert.



Ein unterhaltsam und anfängerfreundlich geschriebenes Buch: "Aktien für Dummies" (seiteninterner Link zur Buchrezension)