Aktien für Dummies


Opa Teds Erziehungsschellen! (oder "der Zinseszinseffekt")

Inhalt

  • Der Zinseszinseffekt für langfristig orientierte Investoren.
  • Der Weg zum Millionär für Normalsterbliche Bauernfängerei oder realitätsnah?
  • Ist der Aktienkauf auf Kredit eine sinnvolle Sache für Privatanleger?
  • (Aktien)Reichtum entsteht auch durch Bildung.
  • Börsenweisheiten, die dir zu bestimmten Kauf- oder Verkaufszeitpunkten raten.

"Zigarette!?! So Freundchen, nun gibts endgültig Erziehungsschellen!"

Spekulieren Investieren

Zu Recht, wie wir finden. Ob du nun mit deinem Leben oder als Privatanleger an der Börse zockst: Das kann und wird vielleicht eine gewisse Zeit gut gehen.

 

Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit in beiden Fällen relativ gering, dass du langfristig besser abschneidest als Menschen, die es nicht tun. Du holst dir einfach nur höhere Risiken in dein (Lebens)Depot. Wir sprechen hier übrigens von Anfängern.

 

"Profiraucher" müssen sich nicht angesprochen fühlen.


Langfristig schlägt kurzfristig


Langfristiges Investieren ist für die Gesundheit besser!

 

Das stimmt sogar, im allerwörtlichsten Sinne. Was das Zocken bzw. kurzfristige Spekulieren mit "Gesundheit" zu tun hat, insbesondere für Anfänger, wollen wir dir kurz erklären: Du stehst unter Stress. Punkt.

 

Ja, das war schon die Erklärung. Wenn du bereits ein langfristig orientierter Anleger bist und unter Dauerstress stehst, dann lies dir nochmal in Ruhe alle Börsenweisheiten durch.

 

Vielleicht bist du auch auf der Suche nach (für dich) positivem Stress Adrenalinjunkies können wir mit unserer Seite leider nicht glücklich machen, sorry... du findest in diesem Fall zur Genüge andere Seiten im Netz.


Schwer reich werden, mit dem......:

Zinseszinseffekt:

Zinseszinseffekt

Der Zinseszinseffekt ist unser größter Freund, gleichzeitig aber für unser mathematisches Hirn schlecht nachvollziehbar. Es geht um die klassische Aussage "Das Geld für sich arbeiten lassen." Dieser Effekt tritt allerdings erst nach einigen Jahren spürbar auf. Doch wenn er an Fahrt gewonnen hat, gehts richtig ab! Mit den folgenden Rechenbeispielen brauchen wir keine langen Diskussionen mehr über die Vorteile gegenüber Sparbüchern etc. führen.

 

Beispiele:

  • 1. Beispiel: 1975 beginnst du das ETF (Aktienkörbchen)-Sparen mit 25 Euro monatlich. 2010 hast du somit 10.800 Euro eingezahlt. Schön ist, dass du pünktlich zur Rente nach 36 Sparjahren 107.106,50 Euro zur Verfügung hast.
  • 2. Beispiel: 1975 verfügst du über ein Startkapital von 7.000 Euro. Zusätzlich zu diesem Geld besparst du ebenfalls mit 25 Euro monatlich deine ETFs. Pünktlich zur Rente im Jahr 2010 hast du nun 17.800 Euro eingezahlt. Du bemerkst, dass du nun sehr vermögend bist, Folgendes ist dabei rausgekommen: 408.063,93 Euro.

Der Weg zum Millionär

  • 3. Beispiel: 1975 hast du eine kleine Erbschaft über 20.000 Euro erhalten. In der Schule hast du halbwegs gut aufgepasst, sodass du 40 Euro monatlich in den nächsten 36 Jahren locker in ETF-Sparpläne stecken kannst. Pünktlich zur Rente bekommst du einen Schock: Du bist nun Millionär!! 1.017.671,63 Euro stehen auf deinem Konto, obwohl du nur 37.280 Euro in ganzen 36 Jahren eingezahlt hast!

Das alles ist dem Zinseszinseffekt zu verdanken.


Das Ganze funktioniert natürlich nur, wenn du brav alle erhaltenen Dividenden (Gewinnausschüttungen) reinvestierst und nicht für irgendwelche neuen Konsumgüter zum Fenster rauswirfst. Somit hast du dann doch einen winzigen Arbeitsaufwand.

 

Überlege dir genau, ob du das geschenkte Geld von Oma komplett in deinen neuen 3er BMW investieren möchtest. Die Zahlen sprechen für sich.

 

Rechne ruhig selbst ein wenig rum: Externer Link


"Alles Bauernfängerei!" – sagt der Relativator

Der etwas knittrige Ted hat sich eingeschaltet nun kommts zu ungemütlichen Fragen....

Historische Daten Wertpapiere

"Welche Berechnungsgrundlagen hattet ihr überhaupt? Nennt mir eure Quelle!"

"Was meint ihr mit `realer Rendite´ und `Weltportfolio´"?

  • Reale Rendite: Das Ergebnis wurde um die Inflation bereinigt. Nominale Rendite: Ohne Inflationsbereinigung, hier wären wir bei 13,6% Rendite im Durchschnitt.
  • Weltportfolio bedeutet, dass du am globalen Aktienmarkt teilgenommen hättest mit einer bestimmten, prozentualen Aufteilung deiner Investments.

"Was sollen die Leser mit historischen Daten anfangen 1975?!?"

  • Diese ganzen Rechnungen beziehen sich tatsächlich leider auf die Vergangenheit! In die Zukunft können wir auch nicht blicken. Zudem dürfte der Investor sein Depot für 36 Jahre nicht mehr anrühren, außer für die Reinvestitionen der Dividenden. Wir wollten einfach nur den Zinseszinseffekt etwas reißerisch darstellen!

"Habt ihr Gebühren und Steuern bei euren Rechnungen berücksichtigt?"

  • Nein! Diese sind teilweise zu individuell.

"Wollt ihr eure Leser verars....!?!"

  • Nein! Sorry, solche Rechnungen sind vielleicht etwas lebensfremd und realitätsfern rein rechnerisch aber korrekt. Wir sind keine Bauernfänger! Da gibts Schlimmere als uns, haste bestimmt schon gemerkt.

"Und wie verbleibt ihr jetzt mit euren Lesern?"

  • Rechne mal realistisch mit 5-8% realer Rendite im Jahr als fauler ETF-Investor (Steuern, Inflation und Gebühren berücksichtigt). Oder mehr oder weniger oder gar nichts. Es gibt hierauf nur mathematisch korrekte Antworten (rückwirkend betrachtet!), aber keine, die dich als Menschen berücksichtigen, wie auch? Das Meiste hängt von deiner "psychologischen Verfassung" beim Investieren ab und natürlich von den zukünftigen Kursentwicklungen, deiner Risikotoleranz (wie viel Prozent deines Geldes steckst du in Aktien und/oder ETFs) und der Anlagedauer.

"Na gut, in Zukunft unterlasst aber bitte solche Rechnungen, sonst gibts Bärenfäuste bzw. Erziehungsschellen!"

  • Ok... Dann wollen wir wenigstens abschließend noch ein paar seriöse Börsenweisheiten präsentieren:

Kaufe nie auf Kredit


Kaufe Aktien nie auf Kredit

Die Idee: Ich zahle ja weniger an Zinsen zurück, als mir die Aktien einbringen! Eine Win-Win-Situation oder nicht?

 

Darauf sind selbstverständlich schon viele Privatanleger gekommen, und meistens geht das nicht sonderlich gut aus. Denn sind wir mal ehrlich: Bei allen schönen Rechnungen und Beispielen kann so einiges in deinem Leben passieren, dass dich letztendlich doch dazu zwingt, deine Aktien oder Fonds (anteilig) verkaufen zu müssen.

 

Vielleicht zwei weitere, unverhoffte Kinder? Na gut, das wäre wohl mehr wert, als alles Geld der Welt. Aber im schlimmsten Fall kann es auch zu Krankheiten, Arbeitslosigkeit und/oder Tod im direkten Umfeld kommen. Das Leben lässt sich ebenso wenig linear berechnen wie die Börse. Es geht immer nur um Wahrscheinlichkeiten in der Zukunft, nicht um Tatsachen. Und diese Wahrscheinlichkeiten lassen sich auch nur über Ereignisse aus der Vergangenheit "berechnen", die wir bereits kennen.

 

Keiner kann dir sagen, in welchem Jahr einige deiner Aktien auch mal im Minus stehen werden. Falls du jetzt verkaufen musst, hast du große Probleme! Die Bank will ihre Kohle aber trotzdem sehen, wenn du deine Investitionen auf Kredit finanziert hast. Du merkst schon: In diesem Fall hättest du Probleme, Probleme und noch mehr Probleme!

 

Wir investieren nur Geld, das wir niemals zum Leben benötigen werden zumindest nach bestem Wissen und Gewissen aus unserer jetzigen Perspektive. Mit dieser Einstellung ersparst du dir eine Menge Stress und wirst sehr wahrscheinlich tatsächlich sehr vermögend (über die Jahrzehnte).


Wissbegierige können noch ein paar Tipps sowie eine weitere Börsenweisheit aufs Auge gedrückt bekommen.


Bitteschön: Das ultimative "Börsenoutfit", mit allem Schnickschnack und Pipapo! Investier dein Geld in ´nen ordentlichen Look!